Bundesnetzagentur versteigert Internet-Frequenzen

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Das sind UMTS-Mobilfunkantennen

Berlin - Viele Haushalte müssen ordentlich Geld hinblättern, damit sie ein schnelles Internet haben. Das soll sich ändern: Die Bundesnetzagentur versteigert Internet-Frequenzen - und verpflichtet die Käufer zum Netzausbau in unterversorgten Gegenden.

Schnelles Internet für alle - die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen ist nach Ansicht des Branchenverbandes Bitkom ein wichtiger Schritt dahin. Noch immer gebe es rund 700 Kommunen, in denen die meisten Haushalte Breitband nur teuer über Satellit nutzen können.

Die Bundesnetzagentur in Mainz versteigert ab Montag frei gewordene Frequenzen aus der Digitalisierung des terrestrischen Fernsehens. “Nur mit den angebotenen Frequenzen unter ein Gigahertz können viele noch unversorgte Regionen schnell und effizient einen Breitbandzugang erhalten“, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer laut Mitteilung am Freitag in Berlin. Die Bedeutung der Auktion für den Standort Deutschland sei daher kaum zu überschätzen.

Der Naturschutzbund BUND warnte vor mehr Elektrosmog durch zusätzliche Sendeanlagen. “Im ländlichen Bereich, wo Internetverbindungen bislang fehlen, wird es eine Verdopplung bis Verdreifachung der Belastung geben“, sagte BUND-Mobilfunkexperte Bernd Rainer Müller. Die neuen Frequenzen würden freigegeben, ohne dass es eine Gesundheits- oder Umweltverträglichkeitsprüfung gegeben habe. Man wisse noch viel zu wenig über die Langzeitwirkungen der Mobilfunkstrahlung auf Mensch und Natur.

Die vier zum Auktionsverfahren zugelassenen Netzbetreiber T- Mobile, E-Plus, Telefónica O2 und Vodafone sind im Falle des Kaufs verpflichtet, vorrangig das Netz in bisher unversorgten Regionen auszubauen. Derzeit besitzen nach Bitkom-Angaben rund 64 Prozent aller deutschen Haushalte einen schnellen Internetzugang per Festnetz. Bis Ende des Jahres sollen es 68 Prozent werden.

24 Millionen Menschen nutzen das mobile Internet

Ende 2009 entfielen 22,4 Millionen Breitband-Anschlüsse auf DSL, gut 2,3 Millionen auf TV-Kabel und rund 0,3 Millionen auf andere Technologien wie Glasfaser oder Satellit. Außerdem werde das mobile Internet immer beliebter. Zum Jahreswechsel habe es rund 24 Millionen UMTS-Anschlüsse in Deutschland gegeben, ein Anstieg um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut einer aktuellen Umfrage des Verbandes geht jeder fünfte Internet-Nutzer mit mobilen Computern wie Laptops oder Netbooks online, jeder zehnte mit dem Handy.

Auch der Datenverkehr in den Mobilfunknetzen steige rasant. Die drahtlos übertragene Datenmenge stieg im vergangenen Jahr auf 40 Millionen Gigabyte. Das ist fast viermal so viel wie im Vorjahr. Mit der Frequenzauktion werde auch die Basis für die Mobilfunknetze der nächsten Generation gelegt. Diese neuen, sogenannten LTE-Netze (Long Term Evolution) ermöglichten mobile Internetgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde.

dpa

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