Konzern PSA

Mögliche Opel-Übernahme: Bundesregierung sucht Gespräch mit Franzosen

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Die mögliche Übernahme von Opel durch den französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën hat die Bundesregierung auf den Plan gerufen.

Rüsselsheim/Berlin - Die Bundesregierung wurde von den Plänen zu einer möglichen Übernahme von Opel durch den französischen Konzern PSA überrascht. Sie will nun das Gespräch mit Paris suchen. Für den Fall eines Opel-Verkaufs sind noch viele Fragen offen.

Die mögliche Übernahme von Opel durch den französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën hat die Bundesregierung auf den Plan gerufen. Das Bundeskanzleramt und verschiedene Minister wollen Gespräche mit Paris führen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin sagte.

Einzelheiten hierzu wurden zunächst nicht bekannt. Ziel ist der Erhalt von Standorten und Jobs bei Opel. Aus dem französischen Wirtschafts- und Finanzministerium kamen ähnliche Signale.

Berlin wurde von den Übernahmeplänen überrascht. Es herrscht Ärger, weil man von den Unternehmen und offensichtlich auch von der französischen Regierung vorab nicht informiert worden war. Die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen, wo Opel in Rüsselsheim seine Zentrale hat, warnte vor einer Hängepartie. Die Arbeitnehmer bräuchten rasch Klarheit, forderten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und PSA Peugeot Citroën loten nach eigenen Angaben verschiedene Möglichkeiten zur Expansion und Kooperation aus. Auch ein Verkauf des GM-Europageschäfts mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall sei dabei möglich. Opel hat rund 38 200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Es gibt Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. Bei einer Übernahme wird ein Stellenabbau befürchtet.

PSA und Opel arbeiten bereits seit 2012 in verschiedenen Projekten in Europa zusammen und waren zwischenzeitlich auch auf der Kapitalseite miteinander verbunden. Falls die Übernahme kommt, steigt PSA zum zweitgrößten Autoproduzenten in Europa hinter Volkswagen auf.

Aus Paris hieß es am Mittwochabend, Frankreich werde in diesem Szenario auf die Arbeitsplätze bei Opel achten. „Der Staat wird den Auswirkungen auf die Beschäftigung in allen betroffenen Ländern eine besondere Aufmerksamkeit schenken“, sagte eine Mitarbeiterin des Wirtschafts- und Finanzministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Der Staat hielt zuletzt rund 14 Prozent an PSA Peugeot Citroën. Am Mittwoch habe es einen „sehr herzlichen Austausch“ zwischen Wirtschafts- und Finanzminister Michel Sapin und der deutschen Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) gegeben, hieß es.

Zypries hatte auch telefonisch mit den Ministerpräsidenten der drei deutschen Opel-Länder die Lage erörtert. Die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) sagte, dabei seien auch mögliche Vorteile einer engeren Verbindung von Opel und PSA in den Blick genommen worden. Das Opel-Management in Rüsselsheim, Betriebsräte und die IG Metall seien an den Beratungen beteiligt gewesen.

„Generell kann man sagen, dass man das nicht so negativ sehen muss, sondern dass sich aus dieser Konstellation auch positive Effekte ergeben können“, meinte Dreyer. So sei PSA in Frankreich und Südeuropa stark vertreten, während Opel in Deutschland, England und Osteuropa seine wichtigsten Absatzmärkte habe. Sie kritisierte die „Kommunikationspolitik“ der Unternehmen - „ohne die erforderliche Mitbestimmung der Arbeitnehmer“.

Auch der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bemühte sich, nicht nur die Gefahren zu sehen. Man müsse Vertrauen und Transparenz sicherstellen. „Wenn dies gelingt, sehe ich für ein Zusammengehen von PSA und Opel mehr Chancen als Risiken“, sagte er der „Thüringer Allgemeinen“ (Donnerstag). „Dies gilt umso mehr, wenn GM als strategischer Kooperationspartner erhalten bliebe.“

dpa

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