BVB-Aktie fehlt der Klopp-Effekt

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Borussia-Trainer Jürgen Klopp hat die Fußball-Bundesligisten auf Vordermann gebracht. Doch die Aktie zieht nicht mit.

Unter Trainer Jürgen Klopp (44) gelingt dem Fußball-Bundesligisten Borussia-Dortmund der Triumph, für die Aktie gilt dies nur bedingt.

Seit dem Börsendebüt 2000 fällt die Bilanz nüchtern aus. Gestartet war das Papier mit elf Euro. Als am Samstag das Spiel gegen Schalke endete, dürfte vielen Fußballfans klar gewesen sein, dass der amtierende Deutsche Meister auch der kommende sein wird. Gestern fiel die Aktie um 5,28 Prozent auf 2,42 Euro.

Als Klopp seinen Posten im August 2008 antrat, war der Club verschuldet und kaum in der Lage, Spieler für hohe Transfersummen zu verpflichten: Die Aktie des einzigen börsennotierten Fußballvereins in Deutschland kreiste um 1,40 Euro.

Fast vier Jahre später hat sich die sportliche Lage grundlegend verbessert: Dortmund führt die Bundesliga an und hat erneut den Sprung in die Champions League geschafft. Das internationale Geschäft steht in der kommenden Saison für zusätzliche Einnahmen von mindestens 15 Millionen Euro, stellt Klaus Kränzle, Analyst von Silvia Quandt Research, fest. Auch das Halbjahresergebnis lässt aufhorchen: Der Umsatz sei zwischen Juli und Dezember 2011 um 30 auf 101,4 Millionen Euro gestiegen, teilte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, mit. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 4,8 im Vorjahreszeitraum auf 15,6 Millionen Euro.

Zwar hat die Aktie seit Mitte Dezember 2011 rund 40 Prozent zugelegt. Dennoch sieht Fondsmanager Thilo Müller von MB Fund Advisory noch Luft nach oben. Eine Marktkapitalisierung von 155 Millionen Euro sei zu wenig für einen Verein mit so guten sportlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Er hält eine Kapitalisierung am Markt von gut 250 Millionen Euro für möglich. Dafür müsste der Aktienkurs auf vier Euro klettern. Von den 61,4 Millionen Aktien des BVB halten Aufsichtsratsmitglied Bernd Geske 10,63 Prozent und der Verein BV Borussia 09 e.V. Dortmund 7,24 Prozent. Der Rest befindet sich in Streubesitz.

Um eine Borussia-Aktie zu halten, ist eine Affinität zum Fußball von Vorteil. Fußball ist ein zyklisches Geschäft mit vielen - auch sportlichen - Risiken. Fußballaktien eignen sich für erfahrene Anleger, da Gewinn- und Verlustrechnungen allein nicht greifen.

Von Martina Wewetzer

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