Arbeitgeber-Vorstand Caprano erwartet gutes Jahr

Chemie-Industrie investiert Milliarde

Frankfurt. Das erste Halbjahr lief für die Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes HessenChemie recht gut: Die Zahl der Beschäftigten legte leicht auf 55 534 zu, von denen ein Fünftel in Nordhessen arbeitet. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 11,9 Milliarden Euro. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Karl-Hans Caprano.

Wie wird das zweite Halbjahr?

Karl-Hans Caprano: Trotz der aktuellen Wirtschaftslage und den Verwerfungen an den Finanzmärkten gehe ich davon aus, dass wir es relativ gut beenden werden. Im ersten Halbjahr haben wir die Produktion um sechs Prozent steigern können. Das wird nicht so bleiben, ich rechne mit vier Prozent. Die Zahl wird sinken, da der Vergleichswert des Vorjahres besser war.

Wo erwarten Sie Probleme?

Caprano: Im Bereich Produktion sind es die Rohstoff- und Energiepreise. Bei den Rohstoffpreisen konnten wir über größere Mengen und Preiserhöhungen die Kosten auffangen. Künftig dürfte es schwieriger werden. Zum einen ist der Markt nicht weiterhin bereit, mehr für die Produkte zu zahlen, zum anderen trübt sich die gute Auftragslage ein. Die Aufträge kommen weniger schnell. Der Pharmabereich unterliegt zwar keinen konjunkturellen Schwankungen, kämpft aber mit den Ausläufern der Gesundheitsreform. Betroffen sind besonders die mittelständischen Unternehmen, die fast ausschließlich für den deutschen Markt produzieren.

Wie sieht es mit Investitionen aus?

Caprano: Das Investitionsvolumen liegt bei fast einer Milliarde Euro. Davon sind rund 43 Prozent Ersatzinvestitionen und 30 Prozent Erweiterungen. Ich gehe davon aus, dass bei dieser Summe viel in Energie sparende Fertigungstechniken fließt. Das Geld, um zu investieren, ist bei den Unternehmen vorhanden.

Die Arbeitgeber haben die Entgelte um 4,1 Prozent angehoben. Was ist davon bei den Beschäftigten angekommen?

Caprano: Zu wenig. Durch die kalte Progression bleibt von den Erhöhungen immer weniger bei den Fachkräften hängen. Ich denke, dass aufgrund der niedrigen Arbeitslosenquote, Geld bei den Sozialversicherungen frei werden dürfte. Dies sollte Arbeitnehmern wie Arbeitgebern über niedrigere Abgaben gleichermaßen zu Gute kommen.

Von Martina Wewetzer

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