Reitzle-Nachfolger steht fest

Büchele wird neuer Linde-Chef

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Neuer Chef nach langer Suche: Nach dem Abschied von Wolfgang Reitzle soll Wolfgang Büchele den Industriegase-Spezialisten Linde ab Mai 2014 in die Zukunft führen. Er tritt in große Fußstapfen.

München - Neuer Chef nach langer Suche: Nach dem Abschied von Wolfgang Reitzle soll Wolfgang Büchele den Industriegase-Spezialisten Linde ab Mai 2014 in die Zukunft führen. Er tritt in große Fußstapfen.

Der Chemie-Manager Wolfgang Büchele wird neuer Chef beim Industriegase-Spezialisten Linde. Im Mai kommenden Jahres soll der 54-Jährige den Vorstandsvorsitz von Wolfgang Reitzle übernehmen, der mit dem Erreichen der Altersgrenze aus seinem Amt ausscheidet. Dies teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. „Wir freuen uns, dass wir mit Dr. Wolfgang Büchele einen ausgewiesenen Branchenexperten und international erfahrenen Manager für Linde gewinnen konnten“, erklärte Linde-Aufsichtsratschef Manfred Schneider.

Büchele ist seit April 2012 Chef des finnischen Chemieunternehmens Kemira. Von 2009 bis 2011 führte er den ungarischen Wettbewerber BorsodChem. Zuvor war Büchele 20 Jahre lang in verantwortlichen Positionen für den Chemiekonzern BASF tätig. Als „strategischer Kopf und intimer Kenner der Chemieindustrie“ bringe er beste Voraussetzungen mit, um die erfolgreiche Entwicklung von Linde „nahtlos und nachhaltig fortsetzen zu können“, erklärte Schneider.

Nachdem sich die Suche nach einem Nachfolger für Reitzle bereits seit längerem hingezogen hatte, war die Personalentscheidung mit Spannung erwartet worden. Spekulationen um angebliche Kandidaten für den Chefposten hatte das Unternehmen nie kommentiert. Reitzle hinterlässt bei Linde große Fußstapfen. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2003 hat er das Unternehmen kräftig umgekrempelt: Der Konzern trennte sich vom Geschäft mit Kältetechnik und Gabelstaplern und konzentrierte sich mit der Übernahme der britischen BOC und des US-Medizindienstleisters Lincare auf Gase und Anlagenbau.

Der Linde-Aktienkurs vervielfachte sich während Reitzles Amtszeit von anfangs unter 23 Euro auf zwischenzeitlich mehr als 150 Euro. Am Freitag notierten die Papiere zeitweise um gut ein Prozent im Minus bei unter 147 Euro.

Reitzle will sein letztes volles Jahr auf dem Chefposten dank der Lincare-Übernahme mit Rekorden abschließen. Das Unternehmen peilt für 2013 ein operatives Ergebnis (EBITDA) von mindestens vier Milliarden Euro an, 2016 soll es dann mindestens fünf Milliarden Euro betragen. Dazu beitragen soll auch ein strikter Sparkurs.

Büchele soll am 1. Mai 2014 in den Linde-Vorstand einziehen und dann mit Ablauf der Hauptversammlung am 20. Mai den Vorstandsvorsitz von Reitzle übernehmen. „Ich habe die rasante und überaus positive Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahren verfolgt und freue mich darauf, die Zukunft dieses global hervorragend aufgestellten Konzerns mitzugestalten“, erklärte der Manager.

Der Linde-Aufsichtsrat beschloss am Freitag auch, den Vertrag von Vorstand Sanjiv Lamba um fünf Jahre bis zum März 2019 zu verlängern. Lamba verantwortet unter anderem das Gasgeschäft von Linde in China.

dpa

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