1,2 Millionen Fahrzeuge der Kernmarke ausgeliefert – Werk Kassel steigert Produktion

China beflügelt VW-Absatz

Wolfsburg / Baunatal. Europas größter Autobauer Volkswagen bleibt auf seiner Rekordfahrt. Erstmals lieferte die Kernmarke Volkswagen innerhalb des ersten Quartals über 1,2 Millionen Fahrzeuge aus. Damit stieg die Zahl der Auslieferungen weltweit von Januar bis März um 10,4 Prozent. Im März entschleunigte sich weltweit die Tempofahrt von Golf, Polo, Passat und Co. Im März stieg der Absatz noch um 4,9 Prozent auf 468 000 Einheiten.

Beflügelt wird der Rekord vom Absatzmarkt China – dabei hatte Peking kurz vor Weihnachten der Branche mit einer Beschränkung der Pkw-Neuzulassungen noch einen Dämpfer verpasst.

Baunatal: fast eine Million

Von einer langsameren Fahrweise spürt das VW-Werk Kassel in Baunatal nichts. „Die Getriebeproduktion legte im ersten Quartal um 13 Prozent zu, die eine Million-Marke haben wir in den ersten drei Monaten nur knapp verfehlt“, fasst Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker die herausragende Leistung seiner Mannschaft zusammen. Denn das Werk fährt mit über 15 500 Getrieben pro Tag an der Kapazitätsgrenze – zu keiner Zeit in der Geschichte des Standorts wurden so viele Getriebe gebaut.

Erreicht wurde die Millionen-Marke bereits am ersten Arbeitstag im April. 41 Prozent davon fertigt Baunatal für Fahrzeuge der Marke VW und VW-Nutzfahrzeuge, „den Rest teilen sich im wesentlichen Audi, Seat und Skoda“, ergänzt Becker. Einen erheblichen Anteil an diesen Zuwächsen in Baunatal dürfte der Absatz in China haben.

Zwar bauen die Chinesen in einem Werk vor Ort bereits das kleine Direktschaltgetriebe DQ 200 – für Polo, Golf und einen kleinen Passat. Doch sie erreichen bei weitem nicht die Stückzahlen, um die Kundenwünsche zu befriedigen. Aus dem Umfeld des Werkes ist zu hören, dass zehn Prozent der Baunataler Produktion für China bestimmt ist. Da etwa 8000 der aktuell 13 500 Beschäftigen mit dem Getriebebau betraut sind, hängen 800 Arbeitsplätze von der Autolust der Chinesen ab.

Aufgrund dieses generell hohen Tempos am Standort Baunatal sollen noch in diesem Monat die Schichten ausgebaut werden, sagt Betriebsratschef Jürgen Stumpf. Zu Beginn des Jahres habe es aus Wolfsburg eine höhere Lieferverpflichtung von zehn Prozent für Baunatal gegeben. Das habe zwangsläufig zu Engpässen in einigen Bereichen und beim Personal geführt, sagt Stumpf. Auch deshalb würden in diesem Jahr 780 Leiharbeiterstellen in feste Beschäftigung umgewandelt (wir berichteten).

Mit den gewandelten Stellen im vergangenen Jahr dürfte laut Stumpf die Stammbelegschaft Ende 2011 etwa 1000 Mitarbeiter mehr zählen. Dass es darüberhinaus zu weiteren Einstellungen kommt, erwartet Stumpf nicht – „allenfalls temporär als Urlaubsvertretung“.

Von Martina Wewetzer

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