Konjunktur

Mega-Boom: Chinas Wirtschaft lässt Corona mit Rekordwachstum hinter sich – doch Experten warnen vor Euphorie

China-Container im Hafen von Duisburg: Die chinesische Volkswirtschaft hat die Corona-Krise lässt hinter sich gelassen.
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China-Container im Hafen von Duisburg: Die chinesische Volkswirtschaft hat die Corona-Krise lässt hinter sich gelassen.

China ist lange Jahre rasant gewachsen. Doch im Vorjahr sorgte die Corona-Pandemie für einen schweren Rückschlag. Jetzt ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wieder da - stärker als je zuvor.

Peking - Chinas Wirtschaft hat die Corona*-Krise mit einem Riesensatz hinter sich gelassen. Im ersten Quartal legte die zweigrößte Volkswirtschaft der Welt um satte 18,3 Prozent zu, teilte das Pekinger Statistikamt am Freitag mit. Dies war der größte Wachstumssprung seit Beginn der quartalsweisen Daten-Erfassung vor gut 30 Jahren.

Ökonomen warnen dennoch vor Euphorie und verweisen auf den Basiseffekt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 6,8 Prozent eingebrochen. Bereinigt um saisonale Effekte und die Folgen der Pandemie liege das Wachstum bei 0,6 Prozent nach 2,6 Prozent im vierten Quartal 2020.

China-Boom: Kompromisslose Corona-Bekämpfung zahlt sich aus

In der Bekämpfung der Corona-Pandemie hat sich Peking kompromisslos gezeigt. Ein rigoroser Lockdown und scharfe Einreisekontrollen führten dazu, dass - von kleineren lokalen Ausbrüchen abgesehen - bereits seit gut einem Jahr nur noch sehr wenige Corona-Fälle auftreten. Seitdem befindet sich die Wirtschaft auf Erholungskurs.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr um weitere 8,1 Prozent zulegen könnte. Die chinesische Regierung ist vorsichtiger und legte ihr offizielles Wachstumsziel auf dem gerade in Peking zu Ende gegangenen Volkskongress auf einen Wert von „über 6 Prozent“ fest.

China-Boom: Medizinische Güter besonders gefragt

Besonders ein starker Außenhandel half Chinas Wirtschaft zuletzt auf die Sprünge. Dank der weltweit extrem hohen Nachfrage nach medizinischen Gütern wie Corona-Tests und Schutzmasken liefen Chinas Fabriken auf Hochtouren. Auch Laptops und andere Ausstattung für das Home Office kommen oft aus China. Die Industrieproduktion zog im ersten Quartal um 24,5 Prozent an. Zum Vergleich: In Deutschland sank die Industrieproduktion im Februar den zweiten Monat in Folge.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht das starke chinesische Wachstum vor allem positiv. „Die deutschen Exporte nach China haben die Chance, überdurchschnittlich zuzulegen und schwächere Nachfrage in anderen Märkten auszugleichen“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang laut einer Mitteilung.

Gleichzeitig müssten sich europäische Unternehmen in den kommenden Monaten auf einen verschärften internationalen Wettbewerb einstellen. „Die EU muss wirtschaftspolitisch stärker werden, um zügig wieder an die Kraftzentren der Weltwirtschaft aufzuschließen“, sagte Lang mit Blick auf die Entwicklung in China, aber auch in den USA.

China will von USA und Europa unabhängiger werden

China bemüht sich seit Jahren, den heimischen Konsum zu stärken, um so vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen mit den USA* und Europa unabhängiger vom Außenhandel zu werden. Auch im gerade verabschiedeten neuen Fünfjahresplan spielt dies eine Schlüsselrolle.

Der neue Wirtschaftskurs wird mit dem Schlagwort „zwei Kreisläufe“ beschrieben. Die Strategie von Staats- und Parteichef Xi Jinping soll die „innere Zirkulation“ fördern, also heimische Nachfrage und eigene Innovation. Der „äußere Kreislauf“ - Handel und ausländische Investitionen - sollen diesen Hauptmotor unterstützen. (dpa/utz) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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