Folge der chinesischen Energiepolitik

China stoppt Magnesium-Export: Deutsche Industrie in Sorge

Magnesium wird in der Autoindustrie unter anderem beim Karosseriebau verwendet. Nun könnten die Exporte aus China ausbleiben.
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Magnesium wird in der Autoindustrie unter anderem beim Karosseriebau verwendet. Nun könnten die Exporte aus China ausbleiben.

Was den Rohstoff Magnesium angeht, besitzt China schon beinahe ein Monopol. Da der Export allerdings stockt, drohen der deutschen Industrie enorme Kosten.

Yulin/Kassel – Obwohl Magnesium kein seltener Erdstoff ist, hat sich die Volksrepublik China in den vergangenen Jahren den Markt mehr und mehr an sich gerissen. Rund 90 Prozent der weltweiten Produktion stammt aus China, berichtet focus.de. Lediglich geringe Mengen sollen noch aus Russland, Kasachstan und Island stammen.

Dementsprechend bezieht Europa und damit auch Deutschland das Element hauptsächlich aus Ostasien. Der von der Autoindustrie bereits seit geraumer Zeit befürchtete Magnesiummangel scheint nun jedoch Realität zu werden. Der Grund: China fährt die Produktion herunter, um den Energieverbrauch der Region rund um die Stadt Yulin einzuschränken.

China reduziert Produktion von Magnesium: Sorgen in deutscher Industrie wachsen

Das Problem: Magnesium kommt in der Natur nicht in reiner Form, sondern gebündelt in zahlreichen Mineralverbindungen vor. Das Element muss daher in Schmelzöfen aus den Verbindungen gelöst werden. Nach dem Bericht von focus.de werden die Minerale für den aufwändigen Prozess auf mehr als 1000 Grad erhitzt. Das angekündigte Ziel der Chinesen, den Energieverbrauch und damit verbundene Emissionen zu senken, lässt sich also nicht mit der bis kürzlich so hohen Magnesiumproduktion vereinbaren.

Wie faz.net berichtet, hätten 30 Magnesiumhersteller ihre Produktion seit Sommer um 50 Prozent reduziert, um die chinesischen Umweltschutzvorgaben einzuhalten. Weiter hätten 15 Hersteller die Produktion sogar gänzlich einstellen müssen – wenn auch nur vorläufig bis Dezember. Seitdem exportiere China kaum noch Magnesium.

Die Entwicklung bereitet deutschen Metallbetrieben und Autoherstellern mächtig Sorgen. Denn während sich aus dem Element viele Teile für Maschinen herstellen lassen, sind Magnesium-Legierungen besonders beim Bau von Fahrzeugkarosserien enorm wichtig.

Abhängigkeit von China: Fehlendes Magnesium kann teuer für Deutschland werden

Die Wirtschaftsvereinigung Metalle, in der sich hierzulande die Hersteller von Leichtmetallen organisiert haben, fürchtet, dass die deutschen Magnesiumbestände Ende November erschöpft sein werden. Sollte dies nicht der Fall sein und ein Exportstopp bis dahin nicht zu Stande kommen, dürfte der Preis für den Erdstoff allerdings sehr teuer werden. Bereits seit Mitte August habe sich der Preis verdoppelt, heißt es in einem Bericht von faz.net.

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In China sieht man die Sache jedoch eher gelassen. Sun Qian, Generalsekretär der China Magnesium Association, beteuerte im Gespräch mit der FAZ, dass man derzeit keinen Bann über den Export des Rohstoffs verhängen werde. „Die globale Knappheit ist das Ergebnis geringer Vorräte, nicht weil wir kein Magnesium verkaufen wollen“, sagte Qian. Dass die deutsche Industrie nun aber derart in die Bredouille gerate, zeige das „Risiko, die heimische Wirtschaft von chinesischen Importen abhängig zu machen.“ (Nail Akkoyun)

Nicht nur Magnesium ist betroffen: Aufgrund der steigenden Preise vieler Rohstoffe wird der Einkauf im Baumarkt teurer*. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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