Christoph Hesse Architekten: Ästhetik und Funktion im Einklang

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Das Team von ChristophHesseArchitekten: Yvonne Wagner  (von links), Patricia Lefarth, Celin Piotrowsky, Lara Isenberg, Tanja Steden, Bernd Weigel, Teresa Weigel, Claudia Brass-Hesse und Christoph Hesse. Es fehlt Selina Hellwig.

FürChristoph Hesse  steht ein Haus niemals allein. In seinen Planungen versucht der Architekt immer die Anforderungen und Sehnsüchte der Bauherren auf der einen Seite, aber auch den sogenannten „Genius Loci“, also den Geist des Ortes, der das Gebäude umgibt, in Einklang zu bringen.

Wohn- und Geschäftsgebäude Hanseplatz 1 in Korbach: Es wurde ausgezeichnet mit dem Iconic Award 2016 und dem German Design Award Special 2017.

Die harmonische Umsetzung dieses Spagats macht ChristophHesseArchitekten in Korbach aus und ist Teil des Erfolgsgeheimnisses. Zu seinen Bauaufgaben zählen Wohnhäuser und Villen, Büro- und Geschäftshäuser als auch Gewerbe- und Industriebauten.

Der 39-jährige Christoph Hesse, der aus einem Ortsteil von Medebach stammt, hat sein Architekturstudium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich begonnen. Als Stipendiat hat er an die Harvard University gewechselt, wo er seinen Abschluss mit Auszeichnung gemacht hat. Hesse, der sein Studium im Bereich Städtebau vertieft hat, erinnert sich, dass für sein Harvard-Stipendium nicht nur gute Noten zählten, sondern auch ein Portfolio voller bunter, interessanter Projekte den Ausschlag gegeben hat. „Es war eine schöne Zeit, ich habe dort viel gelernt, aber trotzdem habe ich im Anschluss bei null angefangen“, weiß Hesse, dass ihm durch seinen Harvard-Abschluss keine Aufträge geschenkt werden.

Trotzdem hat sich Hesse mit seinem zehnköpfigen Team, in dem vier weitere Architekten beschäftigt sind, seit seinem Sprung in die Selbstständigkeit 2008 einen Namen gemacht, was nicht zuletzt einige Bauten wie der Hanseplatz in der unmittelbaren Umgebung seines Büros „Am Hauptbahnhof 12“, aber auch Auszeichnungen und Preise dokumentieren. So zählt Hesse mit dem Gebäude „Am Hauptbahnhof 10a“ in Korbach zu den Preisträgern des „Deutschen Fassadenpreises 2016“. Außerdem wurde er vom deutschen Rat für Formgebung mit dem „Iconic Award 2016“ ausgezeichnet. Hier setzte er sich mit dem Projekt „Hanseplatz“ in der Kategorie „Wohn- und Geschäftshäuser“ gegen eine Vielzahl internationaler Einreichungen durch.

Hesse, der selbst auf einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb aufgewachsen ist und schon früh wusste, dass er Architekt werden wollte, treibt in seinem Beruf der Ansatz an, Architektur, Ästhetik und Atmosphäre in Einklang zu bringen. Und dabei macht es für ihn keinen Unterschied, ob er sich städtebaulich in eine schnell wachsende Stadt einbringt oder ein Einfamilienhaus auf dem Land konzipiert.

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Fassadenpreis 2016: Das Bürogebäude Am Hauptbahnhof 10a in Korbach.

Wirft man einen Blick auf die bereits umgesetzten Projekte, Vorträge und Lehraufträge, die Christoph Hesse von Asien über Amerika bis nach Afrika geführt haben, könnte man sich wundern, dass er nach Mitarbeit in renommierten Büros in Frankfurt, Berlin und London sein eigenes Büro in Korbach angesiedelt hat. Doch er hat eine starke Beziehung zum Ort, sieht aber auch Möglichkeiten in der Wahl für Korbach. „Ich fühle mich hier wohl“, bekennt der Familienvater sich zur Hansestadt in Waldeck-Frankenberg.

Nichtsdestotrotz begleitet er derzeit ein Projekt in Kairo, bei dem es um die Anpassung an den Klimawandel im städtischen Raum und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität geht. Weiterhin unterrichtet und forscht Hesse an Universitäten zum Thema nachhaltige und energieeffiziente Architektur und Stadtplanung.

Mit seinem Büro ChristophHesseArchitekten ist es ihm wichtig, in enger Zusammenarbeit mit Fachingenieuren und innovativen Handwerkern vor Ort zu arbeiten, wobei immer kreative und neue Lösungen entstehen. Ein interdisziplinärer Ansatz und die Fokussierung auf das Wesentliche schaffen dabei ganzheitliche, klare und wirkungsvolle Projekte. Ein guter Bauplatz ist für den Architekten dabei schon 50 Prozent der Miete. Die Einbettung in die Umgebung und die Natur spielen für ihn eine zentrale Rolle.

„Ich baue ein Haus um die schönen Ideen eines Bauherren herum“, weiß Hesse, dass zu einem Entwurf oft nur eine, maximal zwei individuelle Ideen gehören. Sein Büro arbeitet mit Zeichnungen, neusten Perspektivdarstellungen, aber auch mit Modellen, die die Projekte für die Bauherren plastisch und anschaulich werden lassen. Ein Modell-Archiv in den Räumen am Hauptbahnhof zeugt eindrucksvoll von zahlreichen Entwürfen, bei denen der pragmatische Ansatz mit hohen ästhetischen Ansprüchen kombiniert wurde. In den Modellen finden sich das Spiel von Licht, Form und Schatten sowie die Gliederung der Körper wieder, die letztendlich zu skulpturalen Gebäuden führen. HEIKE SAURE 

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