Chrysler-Übernahme nimmt weitere Hürde

+
Chrysler steht bei privaten Gläubigern mit knapp sieben Milliarden Dollar (5 Mrd Euro) in der Kreide.

New York - Die Übernahme des insolventen Autoherstellers Chrysler durch den Fiat-Konzern hat eine weitere große Hürde genommen, hängt aber noch weiter in der Schwebe.

Ein Berufungsgericht wies die Einwände von Rentenfonds des Bundesstaates Indiana gegen das Geschäft ab.

Das berichteten US-Medien am Freitag übereinstimmend. Zugleich setzten die Richter in Manhattan den Deal jedoch mindestens bis Montag aus. Damit solle den Gegnern der Übernahme noch Zeit für den Gang zum Obersten Gericht gegeben werden. Der Wirtschaftsagentur Bloomberg zufolge kündigten die drei Fonds bereits an, die obersten Richter einschalten zu wollen.

Die drei Rentenfonds waren vor das Berufungsgericht gezogen, um den Verkauf von Chrysler zu stoppen. Sie wollen nicht akzeptieren, dass die 42 Millionen Dollar, die Chrysler ihnen schuldet, weitgehend verfallen sollen.

Insgesamt steht der Autobauer bei privaten Gläubigern mit knapp sieben Milliarden Dollar (5 Mrd Euro) in der Kreide. Sie sollen insgesamt nur zwei Milliarden Dollar zurückbekommen.

Das New Yorker Insolvenzgericht hatte bereits grundsätzlich grünes Licht für den rettenden Einstieg von Fiat gegeben. Die Zeit drängt. Fiat kann bis zum 15. Juni wieder aussteigen, wenn das Geschäft nicht bis dahin rechtlich sicher ist. Die Italiener sollen zunächst 20 Prozent an Chrysler übernehmen und über mehrere Schritte die Option auf eine spätere Mehrheit haben. Vorerst wird aber die Autogewerkschaft UAW im Tausch für Milliarden-Zugeständnisse die Mehrheit an Chrysler halten, die USA und Kanada den Rest.

Das Berufungsgericht stellte den Berichten zufolge fest, dass die einzige Alternative zur Übernahme durch Fiat die Liquidation des Unternehmens wäre.

Noch zum Start des Gläubigerschutzverfahrens am 30. April hatten die meisten Fachleute den raschen Neuanfang für unmöglich gehalten. US-Präsident Barack Obama und Chrysler hatten dagegen von Beginn an eine Dauer von 30 bis 60 Tagen als Ziel ausgegeben. Auch der ebenfalls insolvente GM -Konzern könnte sich dann Hoffnung auf ein schnelles Verfahren machen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.