CO2-Emissionen in der Luftfahrt steigen ungebremst weiter

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Der Luftverkehr wächst und wächst - und macht die Bemühungen um eine Reduzierung der CO2-Emissionen zunichte. Foto: Julian Stratenschulte

Hannover (dpa) - Die Luftfahrt ist nach Ansicht von Klimaschützern noch weit von einer nachhaltigen Reduzierung der für die globale Erwärmung verantwortlichen Treibhausgase entfernt. Das geht aus dem neuen Klima-Index der Organisation Atmosfair hervor.

Demnach haben die Fluggesellschaften weltweit ihre CO2-Emissionen pro Passagier und Kilometer um 1,3 Prozent gesenkt. Da die Branche aber zeitgleich um 4,8 Prozent zulegte, stiegen die Emissionen insgesamt um 3,5 Prozent. Die Senkung der Emissionen pro Kilometer ist laut Atmosfair vor allem auf den Ersatz älterer Modelle, die Nachrüstung mit aerodynamischen Flügelspitzen ("Winglets") und die bessere Auslastung zurückzuführen.

"Es ist zu befürchten, dass sich der Anstieg der Emissionen auch in den nächsten Jahrzehnten wie bisher fortsetzt", mahnt Atmosfair- Geschäftsführer Dietrich Brockhagen. Für die anstehende Klimakonferenz in Peru sei ein stärkeres Engagement aller Beteiligten gefragt. Nur so könne das für 2020 anstehende Klimaschutzprogramm für den Weltluftverkehr wirksam an den Start gebracht werden. Brockhagen: "Die Klimakonferenz in Peru braucht mehr Entschlossenheit".

Unter den 193 weltgrößten Fluggesellschaften ist der deutsche Ferienflieger Tuifly erneut die klimafreundlichste Charterairline. Auch die kleine Regionalfluglinie Tunisair Express verteidigte ihren Spitzenplatz: Dank guter Bestuhlung ihrer hervorragend ausgelasteten Turboprop-Maschinen erreichte sie 84,6 von 100 möglichen Effizienzpunkten (Vorjahr: 83,8). Tuifly kam in der Gesamtwertung mit 83,3 Punkten (Vorjahr: 83,7) auf Rang zwei und führt damit vor der türkischen SunExpress (80,5) und der britischen Monarch Airlines (80,5) erneut das Gesamtranking aller Charterfluggesellschaften an.

Die besten Werte in dem Index erreichen Airlines, die moderne und auch für die beflogenen Strecken geeignete Flugzeuge einsetzen, die viele Passagiere darin unterbringen und auch in Kabine und Frachtraum stets voll ausgelastet fliegen. Der deutsche Ferienflieger Condor sank daher trotz effizienter Flugzeuge vor allem wegen einer nur durchschnittlichen Auslastung gegenüber dem Vorjahr von Platz sechs auf Rang 22 in der Gesamtwertung. Auch Air Berlin rutschte aus dem gleichen Grund von Platz zwölf auf den 17. Platz.

Die Lufthansa sackte im Mittelfeld trotz einer leichten Verbesserung ihrer Klimaeffizienz auf Platz 72 (Vorjahr: 67) - hinter der iranischen Aseman Airlines und vor der Royal Air Maroc. Neben einer "leicht unterdurchschnittlichen Bestuhlung" begründet die Klimaschutzorganisation das mit dem noch immer häufigen Einsatz älterer Flugzeugmodelle. "Die Lufthansa hat es durch ihre Zubringerflüge zudem schwieriger als etwa Chartergesellschaften", so Brockhagen.

Klimaindex

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