Computerfehler kostet TUI 120 Millionen Euro

Hannover - Der Reisekonzern TUI muss wegen überraschender Abschreibungen bei der Londoner Tochter TUI Travel PLC seine Bilanz korrigieren.

TUI Travel PLC müsse 120 Millionen Euro wertberichtigen, weil es “fehlerhafte Prozesse beim Abgleich von Forderungsbeständen zwischen den IT Systemen der Reiseveranstalter und des Vertriebs in Großbritannien“ gegeben habe, teilte TUI am Donnerstag in Hannover mit. Der Finanzchef von TUI Travel PLC, Paul Bowtell, trat wegen der Fehler zurück.

Die Korrekturen bei TUI Travel PLC werden Auswirkungen auf den Konzernabschluss der TUI AG haben, wie der Konzern mitteilte. 45 Millionen Euro an Korrekturen entfallen demnach auf das Rumpfgeschäftsjahr 2009, 75 Millionen Euro auf frühere Jahre. Die Ergebniserwartung der TUI für das Touristiksegment im Geschäftsjahr 2009/2010 bleibt unverändert gültig, wie der Konzern erklärte. TUI erwartet weiter ein positives Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2009/2010.

Gewinnschätzung unverändert

Das Jahr 2009 hatte TUI nur mithilfe des Hapag-Lloyd-Verkaufs mit Gewinn abgeschlossen. Im neunmonatigen Rumpfgeschäftsjahr erzielte TUI einen Nettogewinn von 401 Millionen Euro. Darin enthalten ist der Netto-Erlös von 844 Millionen Euro aus dem Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Containerreederei. Im Kerngeschäft Touristik verbesserte sich das TUI-Ergebnis um 5 Prozent auf einen operativen Gewinn von fast 700 Millionen Euro. Die Reederei Hapag-Lloyd fuhr einen hohen Verlust ein.

dapd

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