Computertechnik arbeitet unter Tage

Anspruchsvoll: Die Arbeit der Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice, in der Branche kurz RKI-Fachkraft genannt, ist ein Hightech-Beruf, der eine gute Ausbildung und hohe Qualifikation erfordert. (Repros: Junker)

Wir kämpfen immer noch mit vielen Klischees und dem Image unserer Branche in der Öffentlichkeit“, sagt Gerhard Treutlein, Geschäftsführer des VDRK. Viele Menschen glaubten, die Arbeiter würden tagaus, tagein durch stinkendes Abwasser waten oder in glitschigen Schächten herumkrabbeln.

Dabei ist die Arbeit der Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice, in der Branche kurz RKI-Fachkraft genannt, inzwischen ein Hightech-Beruf, der eine gute Ausbildung und hohe Qualifikation erfordert. Diese Fachleute steuern technische Geräte durch Kanäle und Schächte. Die Arbeiter müssen Rohre und Kanäle reinigen, untersuchen, auf Dichtheit prüfen und reparieren. Das erfolgt mittels speziellen Düsen, TV-Kameras, Dichtheitsprüfgeräten und Robotern, die über die Schächte in die Rohre und Kanäle eingeführt werden.

Die Steuerung der Spezialgeräte erfolgt von oben aus den Fahrzeugen. „Auf Monitoren kann alles überwacht werden. Heutzutage steigt die Fachkraft nur dann selbst in den Schacht hinunter, wenn das Problem von außen nicht zu lösen ist“, berichtet Treutlein.

Teure Spezialgeräte

Entsprechend teuer ist das Equipment für die Hightech-Arbeiten: Ein Fahrzeug zur Kanalsanierung oder eine Robotereinheit kosten schnell um die 450 000 Euro und mehr. „Da können wir keine ungelernten Hilfskräfte brauchen, da muss eine Fachkraft drauf“, sagt Gerhard Treutlein, zumal die Technik sehr wartungsintensiv ist.

Durch ein spezielles Zertifizierungssystem wird die Kompetenz der Unternehmen gesichert, aber auch die Sach- und Fachkunde der mit den Arbeiten beauftragten Mitarbeiter (Sachkundeausweis).

Doch wie in vielen anderen Wirtschaftszweigen müssen sich auch die mittelständischen Betriebe des VDRK mit den Problemen des Nachwuchsmangels auseinander setzten. Gerhard Treutlein: „Ich kenne viele Betriebe, die mehr Fahrzeuge anschaffen und auch komplett auslasten könnten, aber das Fachpersonal zur Bedienung fehlt. Der Mangel an Fachkräften bremst also die wirtschaftliche Entwicklung dieser Firmen.“ Dabei würden viele von ihnen ausbilden – wenn sie denn Lehrlinge fänden. Der VDRK vertritt eine noch junge Branche, die sich erst vor weniger als 30 Jahren verselbständigte.

Die anspruchsvolle Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice dauert drei Jahre. Spezielle Berufsschulen gibt es in Gelsenkirchen und Lauingen, ab 2011 auch in Altenburg. Die Fortbildung zum Meister ist möglich. Schwerpunkte der Tätigkeit sind die Rohr- und Kanalreinigung, Kanal-TV-Inspektion, Dichtheitsprüfung, Renovation (Sanierung) und Industriereinigung.

Als RKI-Fachkraft sollte man im Team arbeiten können und die Technik auch in schwierigen Situationen beherrschen. „Schließlich ist nicht jeder Kanal gleich und sie müssen immer davon ausgehen, dass die zur Verfügung stehenden Planunterlagen nur zum geringen Teil mit der Realität übereinstimmen“, sagt Gerhard Treutlein.

Die Arbeit der Fachkräfte erfolgt weitgehend selbständig, sie können ihren Tagesablauf überwiegend eigenverantwortlich gestalten. Teilweise finden die Arbeiten aber auch an Wochenenden und Feiertagen statt. Ebenso gehören Überstunden oftmals zum Arbeitsablauf, denn viele Betriebe arbeiten auch im Notdienstbereich. Wind und Wetter sowie schlechte Gerüche sind ebenfalls Begleiterscheinungen des Arbeitsalltags. Dafür haben RKI-Fachleute zukunftssichere Jobs, werden nach der Ausbildung fast immer übernommen und können unter vielen freien Stellen wählen.

PCJ

E Internet: www.vdrk.de

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