Kurs legt nach beschlossener Kapitalerhöhung zweistellig zu - Erleichterung in Werken

Conti-Aktie im Höhenflug

Glanzvoll: Continental überraschte gestern mit einer bevorstehenden Kapitalerhöhung. Foto: dpa

korbach / northeim. Der hochverschuldete hannoversche Continental-Konzern besorgt sich über eine Kapitalerhöhung knapp 1,1 Milliarden Euro frisches Geld für die Schuldentilgung. Wie das Unternehmen mitteilte, haben Vorstand und Aufsichtsrat der Ausgabe von 31 Millionen neuer Aktien zugestimmt. Die Finanzmärkte reagierten geradezu euphorisch auf die Kapitalerhöhung. In der Spitze legte der Kurs des Autozulieferers um 13,3 Prozent auf 46,18 Euro zu. Am Ende ging Conti mit einem Plus von 12,8 Prozent auf 46 Euro aus dem Handel.

Mit dem Geld aus der jetzt beschlossenen Kapitalerhöhung sowie einer bereits vollzogenen Umschuldung im Umfang von rund zwei Mrd. Euro kann der Konzern einen im August fällig werdenden Kredit ablösen, der beim Kauf der ehemaligen Siemens-Tochter VDO aufgenommen werden musste. Insgesamt drücken Conti Schulden von derzeit etwa 9,5 Mrd. Euro.

Wenn die Kapitalerhöhung Ende Januar abgeschlossen ist, werden sich 24,9 Prozent der dann gut 200 Mio. Anteilscheine im Streubesitz befinden. 75,1 Prozent des Kapitals werden direkt und indirekt beim Herzogenauracher Familienkonzern Schaeffler liegen, der sich bei der Übernahme von Conti verhoben hatte. Derzeit hält Schaeffler 88,9 Prozent der Aktien. Dieser Anteil sinkt, weil sich der Wälzlager-Hersteller nicht an den Kapitalerhöhung beteiligt.

Der Continental-Konzern ist mit 134 000 Beschäftigten und 24 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2008 einer der weltweit größten Autozulieferer. In der Region beschäftigt das Unternehmen rund 6500 Mitarbeiter an den Standorten Korbach, Northeim und Hann. Münden. Dort machte sich allgemein Erleichterung über die bevorstehende Kapitalerhöhung breit. Der Betriebsratsvorsitzende in Northeim, Jörg Schustereit, sagte: „Ich bin froh, dass die Kapitalerhöhung kommt.“ Bis zum Schluss sei zu befürchten gewesen, „dass jemand dazwischengrätscht“, sagte er unter Hinweis auf die Querelen zwischen Conti- und Schaeffler-Führung. Letztere hatte zunächst die drängende Restrukturierung der Conti-Finanzen behindert. Der Streit wurde beigelegt, und Schaeffler-Chefin Maria-Elisabeth Schaeffler begrüßte am Donnerstag die Kapitalerhöhung. „Damit sind die Weichen für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft gestellt“, erklärte sie.

Die neuen Anteilscheine werden allen Altaktionären vom 12. bis 25. Januar zum Kauf angeboten. Für je elf alte erhalten sie auf Wunsch zwei weitere, neue Aktien für je 35 Euro. Sie können das Bezugsrecht aber auch verkaufen oder verfallen lassen. Ein Banken-Konsortium übernimmt alle neuen Aktien, für die es unter den bisherigen Anteilseignern keine Interessenten gibt und verkauft sie an Finanzinvestoren weiter.

Von José Pinto

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