Conti auf Rekordkurs: Autozuliefer- und Reifenkonzern verdient prächtig

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Kann zufrieden sein: Conti-Chef Elmar Degenhart hat am Freitag einen hervorragenden Halbjahresbericht präsentiert. Der Konzern verdient gut und wächst schnell.

Hannover. Der Continental-Konzern steuert mit hohem Tempo auf einen Umsatz- und Gewinnrekord zu. Nach einem hervorragenden Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr erhöhte der Autozuliefer- und Reifenkonzern die Umsatzprognose um eine Milliarde auf 29,5 Mrd. Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll um gut 50 Prozent auf knapp drei Mrd. Euro kräftig steigen. Das kündige Vorstandschef Elmar Degenhart am Freitag bei Vorlage der Halbjahreszahlen an. „Wir sehen keinen Grund dafür, dass sich die gute Ergebnisentwicklung im zweiten Halbjahr abschwächt“, sagte er.

Die Anleger hörten dies gern. Der Aktienkurs legte bis zum Abend in einem schwachen Börsenumfeld um 2,5 Prozent auf 70 Euro zu.

Von der guten Entwicklung profitierte auch die Beschäftigung. Die Zahl der Mitarbeiter stieg weltweit um 16 500 auf aktuell gut 159 000. In den Werken in der Region - Northeim, Hann.Münden, Korbach, Oedelsheim und Bebra - stieg die Zahl der Mitarbeiter binnen Jahresfrist um einige Hundert auf derzeit insgesamt gut 7300. Alle Standorte in Nordhessen und Südniedersachsen sind voll ausgelastet und arbeiten teilweise an der Kapazitätsgrenze.

In den ersten sechs Monaten steigerte Conti den Umsatz dank des Booms in der Autoindustrie um 17,6 Prozent auf knapp 14,9 Mrd. Euro. Das Ebit legte allerdings nur um 13,3 auf fast 1,5 Mrd. Euro zu. Dafür aber verdoppelte sich der Überschuss nahezu auf 683 Mio. Euro.

Zu der guten Entwicklung trugen beide Geschäftsbereiche bei, die Autozuliefer- (Automotive) und die Gummisparte (Rubber). Der Bereich Automotive steigerte den Umsatz um 15 Prozent auf 9,1 Mrd. Euro. Das Ebit kletterte um 39 Prozent auf 503 Mio. Euro. Die Ebit-Marge - also das Verhältnis von operativem Gewinn zum Umsatz - verbesserte sich von 4,5 auf 5,5 Prozent.

Gummisparte sehr profitabel

Weit profitabler ist die kleinere Gummisparte. Hier liegt die Ebit-Marge bei 13,7 Prozent nach 11,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte hier um 21 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro zu, das Ebit stieg aber nur um 15,3 Prozent auf 797 Mio. Euro zu.

Der Conti-Konzern nutzte de hervorragende Ertragslage zum Abbau eines Teils seiner hohen Schulden. Sie sanken von etwa acht auf jetzt 7,1 Mrd. Euro und sollen im weiteren Jahresverlauf „deutlich unter sieben Mrd. Euro“ fallen. Eine konkrete Zahl nannte Degenhart nicht.

Die hohen Schulden waren entstanden, als Conti Ende 2007 für 11,4 Mrd. Euro die damalige Siemens-Autosparte VDO übernahm, zu der auch das Werk in Bebra (Kreis Hersfeld Rotenburg) gehörte. Als ein Jahr später die Finanz- und Wirtschaftskrise ausbrach, drohte Conti zeitweise unter die Räder zu geraten.

Von José Pinto

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