Autozulieferer begann das Jahr mit einem starken Quartal

Conti sieht Dax-Chance

Wie geht es weiter mit Continental? Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg sitzen im Aufsichtsrat des Autozulieferers, den sie übernehmen wollten. Foto: dpa

Hannover. Der Autozulieferer Continental steuert auf Bestwerte zu. 2010 hatte der Konzern, der in Nordhessen und Südniedersachsen gut 7000 seiner weltweit 148 228 Mitarbeiter beschäftigt, die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft. In den ersten drei Monaten dieses Jahres schaltete der Konzern noch einen Gang hoch.

Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahresquartal um etwa ein Fünftel auf gut 7,3 Milliarden Euro, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart bei der Hauptversammlung in Hannover. Vor Zinsen und Steuern blieb ein Gewinn von knapp 634 Millionen Euro, rund 140 Mio. Euro mehr als vor Jahresfrist. Die detaillierten Zahlen werden am 5. Mai bekanntgegeben.

Vom Erfolgsjahr 2010 profitieren die Anteilseigner durch einen Aktienkurs, der in zwölf Monaten um mehr als 50 Prozent auf aktuell 67,50 Euro stieg. Eine Dividende bekommen sie hingegen erst einmal nicht. Immerhin machte Degenhart ihnen Hoffnung: Eine Dividendenzahlung halte Continental „aus heutiger Sicht für grundsätzlich möglich“.

Der Konzern aus Hannover hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen. Der Umsatz soll um zehn Prozent auf mehr als 28,5 Mrd. Euro steigen, das operative Ergebnis im gleichen Maße zulegen. Der Schuldenberg von 7,3 Mrd. Euro soll 2011 um mindestens 500 Mio. Euro schrumpfen.

Spannendes Jahr

Doch „das Spiel wird in diesem Jahr noch sehr spannend werden“, sagte Degenhart weiter. Die hohen Rohstoffkosten drücken und werden allein die Reifensparte mit mehr als 700 Mio. Euro belasten.

Die Lage in Japan ist noch nicht vollständig abzuschätzen. Die Umsatzverluste hätten sich jedoch in einem überschaubaren Rahmen gehalten. Unklar ist auch, wie es mit dem Großaktionär Schaeffler weitergeht. Eine Fusion der beiden Unternehmen scheint in weite Ferne gerückt.

Um den mit der versuchten Continental-Übernahme aufgehäuften Schuldenberg abzutragen, hat sich Schaeffler von 30 Mio. Conti-Aktien getrennt und so den Anteil an dem Unternehmen auf 60 Prozent verringert. Insgesamt 40 Prozent der Continental-Aktien sind jetzt im freien Handel – und damit bekommen die Niedersachsen eine Chance, zum zweiten Mal an der Börse in den Leitindex Dax zurückzukehren.

Den dafür geforderten Börsenwert kann Conti mit 13 Mrd. Euro leicht vorweisen. Mit dem Handelsvolumen der Aktie hapert es allerdings noch. „Hier gibt es aus heutiger Sicht noch einiges aufzuholen“, sagte Degenhart.

2010 hatte Continental mit bei einem Umsatz von 26 Mrd. Euro einen Gewinn von 576 Mio. Euro erzielt. (wll/dpa)

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