Continental-Chef Degenhart setzt auf den Ausbau der Fahrerassistenzsysteme

Continental rechnet mit kräftigem Umsatzplus - mehrere Standorte in der Region

Hannover. Der Autozulieferer Continental setzt auf neue Geschäftsfelder: Künftig sollen Mobilitätsdienste ein weiteres Standbein der Hannoveraner sein.

Finanziell und technologisch sieht sich der Automobilzulieferer, Reifenhersteller und Industriepartner dafür bestens gerüstet. „Wir sind fit für die Zukunft“, sagte Konzernchef Elmar Degenhart gestern in Hannover bei der Bilanzpräsentation. 

Im Fokus des neuen Geschäftsfeldes stehen vernetzte und selbstfahrende Fahrzeuge. Degenhart: „Das Auto der Zukunft wird ein Rechner auf Rädern sein.“ Digitale Datenströme können vielfältig genutzt werden – Verkehrsführung, Kartendienste, Miet-Fahrzeuge. Degenhart ließ offen, an welche Projekte er denkt.

Das Hauptgeschäft sind nach wie vor Reifen, Antriebsteile und Fahrerassistenzsysteme. 2016 stieg der Umsatz um 3,4 Prozent auf 40,5 Milliarden Euro. 60 Prozent steuerte die Automotive Gruppe bei, 40 Prozent die Reifensparte. In diesem Jahr soll der Umsatz auf über 43 Milliarden Euro steigen. Sich ankündigende höhere Rohstoffkosten werden auf die Reifenpreise durchschlagen.

Der Überschuss legte um 2,8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu. Die Dividende soll, so der Vorschlag an die Hauptversammlung, um 50 Cent auf 4,25 Euro je Aktie steigen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei auch wegen Ausgaben von 480 Millionen Euro für Rückrufe und Kartellstrafen leicht auf 4,3 Milliarden Euro gesunken.

Am Erfolg beteiligt wird die Belegschaft: Zwischen 520 und 1050 Euro pro Mitarbeiter will Conti je nach Lohnniveau im einzelnen Land im April auszahlen. Weltweit beschäftigt Conti 220 137 Mitarbeiter, davon arbeiten 7295 an sechs Standorten in Nordhessen und Südniedersachsen.

Zwar werde das Umfeld wirtschaftlich und politisch anspruchsvoller, aber Degenhart rechnet trotzdem bei der weltweiten Autoproduktion mit einem leichten Wachstum auf 94 Millionen Fahrzeuge. Produktionszuwächse in China und Europa sowie eine Stabilisierung der Märkte in Brasilien und Russland würden das rückläufige Wachstum in den USA mehr als ausgleichen.

Finanzvorstand Wolfgang Schäfer verwies auf das Liquiditätspolster von sechs Milliarden Euro. 2,6 Milliarden Euro, fast 15 Prozent mehr als im Vorjahr, hat Conti in Forschung und Entwicklung gesteckt.

Ein Grund sei der höhere Bedarf an Software. Größere Auswirkungen auf die Gewinnmarge werden nicht erwartet, da die Investitionen in Anlagen und Maschinen zurückgehen würden. Kurzum: Geld das einst in die Fabriken geflossen ist, wandert nun verstärkt in Software, um dem Wandel in der Autowelt zu meistern.

Derzeit beschäftigt Conti 31 000 Ingenieure, 14 000 von ihnen mit Software-Hintergrund. Zu den Wachstumstreibern gehören Fahrerassistenzsysteme. 2016 stiegen die Aufträge auf gut drei Milliarden Euro. In den vergangenen fünf Jahren hat Conti insgesamt eine Milliarde Euro in die Sparte gesteckt – mit dem Ziel: „Nachfolgende Generationen sollen Verkehrsunfälle nur noch in Museen antreffen.“

Bis 2025 erwartet Continental, dass die Zahl der Diesel und Benziner wachsen wird. Degenhart: „Der Verbrennungsmotor hat seinen Zenit tatsächlich noch erst vor sich.“ Bei der E-Mobilität dreht sich alles um die Frage, wann die Batterie mit ausreichender Leistungsstärke verfügbar sei. Erst dieser Technologiesprung werde der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen. Und die Brennstoffzelle? Degenhart: Sie werde kaum vor 2030 sinnvoll einsetzbar sein

Der Autozulieferer hat allein in unserer Region Standorte in Bebra, Hann. Münden, Hedemünden, Northeim, Oedelsheim und Korbach hat.

Weitere Informationen folgen.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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