Nach Gewinneinbruch

Continental setzt auf starken Jahresendspurt

+
Reifen des Automobilzulieferers und Reifenherstellers Continental AG lagern in einem Logistikzentrum in Isernhagen. Foto: Julian Stratenschulte

Eine ganze Reihe von Problemen machen Conti zu schaffen. Das macht sich in den Geschäftszahlen bemerkbar.

Hannover (dpa) - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental muss wegen Sonderlasten einen Gewinneinbruch verkraften und hofft nun auf einen starken Jahresendspurt.

Das Konzernergebnis sank im dritten Quartal um 40,5 Prozent auf 378,5 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Hannover mitteilte. Der Umsatz zog um knapp vier Prozent auf 9,98 Milliarden Euro an.

Conti hatte bereits vor ein paar Wochen wegen Sonderbelastungen vor einem Einbruch gewarnt. Das operative Ergebnis im Autozuliefer-Geschäft werde um rund 480 Millionen Euro schwächer ausfallen als bislang erwartet.

Darin spiegeln sich unter anderem einige Altlasten wider. So legte Conti für Gewährleistungsansprüche von Kunden sowie laufende Kartellverfahren Geld zurück. Conti soll gemeinsam mit Bosch Preise bei elektronischen Brems- und Steuersystemen abgesprochen haben. Laut früheren Angaben der "Hannoverschen Allgemeine Zeitung" rechnet allein Conti mit einer Geldbuße von bis zu 100 Millionen Euro.

Conti erwartet nun beim Ergebnis ein starkes Schlussquartal. Im Automotive-Geschäft legten die Aufträge für Elektronik, Sensorik, Software und Komponenten um 15 Prozent auf mehr als 25 Milliarden Euro zu.

Zulieferer wie Continental spielen eine wichtige Rolle beim grundlegenden Wandel in der Automobilindustrie. Die Schwerpunkte dabei sind alternative Antriebe wie Elektroautos sowie die Digitalisierung mit immer mehr Internet im Auto.

Wegen der Sondereffekte ging das Ergebnis der Automotive-Sparte im dritten Quartal aber drastisch auf nur noch 24,2 Millionen Euro zurück. In der sogenannten Rubber-Gruppe, zu der vor allem die Reifensparte zählt, sank das Ergebnis leicht auf 610,3 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten aber stand ein Plus von mehr als 2 Milliarden Euro zu Buche. Reifen sind nach wie vor die wichtigste Säule des Dax-Konzerns aus Hannover mit weltweit 218 000 Beschäftigten. Im klassischen Reifengeschäft erzielte Conti bis Ende September ein Ergebnis von knapp 1,7 Milliarden Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.