Heftige Kritik

„Kontraproduktiv“: Handel kritisiert Corona-Beschlüsse und erwartet Kunden-Ansturm vor Ostern 

Der Handelsverband hat die geplante Lockdown-Verschärfung heftig kritisiert. Die Beschlüsse von Bund und Ländern seien „nur noch im Tunnelmodus“, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Berlin - Nach den neuen Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern rechnet der Handel mit einem Kundenansturm auf Lebensmittelmärkten am Mittwoch und Samstag vor Ostern. Die vereinbarte Schließung am Gründonnerstag sei daher „kontraproduktiv“, warnte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Dienstag in einer Reaktion auf die Beschlüsse.

Mit der Lockdown-Verlängerung bis Mitte April ging der Handelsverband hart ins Gericht. „Bund und Länder agieren nur noch im Tunnelmodus“, monierte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die alleinige Fixierung auf die Corona-Inzidenzwerte werde der „komplexen Lage nicht gerecht“. Stattdessen müssten sich die Maßnahmen „an den wissenschaftlichen Fakten orientieren und die zeigen, dass die Infektionsgefahr beim Einkaufen niedrig ist“, erklärte Genth.

Lockdown: Bund und Länder beschließen Verschärfung

Die Länder-Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten in der Nacht zu Dienstag beschlossen, von Gründonnerstag bis Ostermontag das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend herunterzufahren, um die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Nur am Karsamstag soll demnach der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben.

Der Handel drängt dagegen darauf, alle Geschäfte wieder zu öffnen und dabei Hygienekonzepte strikt einzuhalten. Der seit nahezu 100 Tagen andauernde Lockdown hinterlasse tiefe Spuren bei vielen Betrieben, erklärte der HDE. Laut einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands unter knapp 1.000 Händlern sehen sich inzwischen 54 Prozent der Bekleidungshändler und 58 Prozent der Händler mit Schuhen und Lederwaren in Insolvenzgefahr. „Nach einem Jahr mit Corona* ist die Lage bei vielen Händlern verzweifelt, vielerorts gibt es keine Hoffnung mehr, diese Krise wirtschaftlich überstehen zu können. Deshalb muss die Politik endlich eine realistische Perspektive geben“, forderte Genth. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder

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