Nachvollziehbar?

Im Corona-Lockdown: Douglas wollte Läden mit Trick nicht schließen - und trifft jetzt überraschend Entscheidung

Seit Mittwoch gilt in Deutschland der harte Corona-Lockdown. Eine große Filialkette sorgt dabei aber für Ärger - und vollzieht jetzt eine Kehrtwende.

  • Ab dem 16. Dezember greift in Deutschland der harte Corona*-Lockdown.
  • Viele Geschäfte müssen deshalb nun schließen.
  • Douglas wollte etliche seiner Filialen offen halten - mit einem Trick.

Update vom 17. Dezember, 8.19 Uhr: „Ab heute bleiben alle unsere deutschen Filialen bis auf Weiteres geschlossen“: Douglas rudert zurück! Die größte deutsche Parfümeriekette nimmt die trotz des Lockdowns beibehaltene Öffnung einiger Läden wieder zurück.

Denn es gab viel Kritik. Für viele Menschen sei die Entscheidung, einige Filialen mit Drogeriesortimenten offenzuhalten, nicht nachvollziehbar gewesen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Douglas-Chefin Tina Müller bat überdies laut einer Mitteilung des Unternehmens „diejenigen um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet oder vor den Kopf gestoßen haben“.

Trotz Corona-Regeln: Große Kette wollte Läden nicht schließen, durch Trick - „Anrüchiges Unterlaufen des Lockdowns“

Unsere Erstmeldung vom 16. Dezember: Düsseldorf - Mit dem Datumswechsel auf den 16. Dezember traten in Deutschland einige neue Corona-Regeln* in Kraft. Der Wechsel vom Lockdown-Light zum harten Lockdown war vollzogen. Die wohl größte neue Einschränkung ist, dass nun auch der Einzelhandel weitestgehend schließen muss. Ein harter Schlag für die Wirtschaft* -gerade im Endspurt des Weihnachtsgeschäfts. Die Kette Douglas will aber viele ihrer Geschäfte offen halten, was ihr harte Kritik einbringt. Douglas dagegen sieht sich im Recht.

Corona-Lockdown: Douglas will Teil seiner Filialen offen halten

Knapp ein Viertel seiner Filialen will die eigentlich als Parfümerie-Kette bekannte Marke Douglas trotz Lockdown offenhalten - als Drogerie. Denn Drogerien sind genau wie etwa Lebensmittelläden, Apotheken und Tankstellen von der Regel ausgenommen und dürfen weiterhin geöffnet bleiben.

„In diesen Filialen bieten wir den Großteil des klassischen Drogeriesortiments an: Körperpflegeprodukte wie Cremes, Shampoo, Seife, Deodorants, Make-up, Parfüms und Hygieneprodukte“, so eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch zur dpa. In den entsprechenden Douglas-Filialen sei das Sortiment also mit dem von großen Drogerieketten vergleichbar, die geöffnet bleiben dürfen.

Corona-Lockdown umgangen? Heftige Kritik an Douglas-Vorgehen

Dafür hagelt es Kritik von der Gewerkschaft Verdi in Hessen: Hier wird das Betreiben von Douglas als „anrüchiges Unterlaufen des Lockdowns“ eingestuft. „Wer den dringenden Lockdown und das erlaubte Weiterführen bestimmter Geschäfte auf solche Weise fehlinterpretiert, macht sich nicht nur unglaubwürdig“, erklärte der Fachbereichsleiter Handel bei Verdi Hessen, Bernhard Schiederig.

Douglas dagegen sieht sich im Recht und widerspricht der Verdi-Darstellung vehement. Man halte sich an alle geltenden Verordnungen. Diese sähen vor, dass Drogerien weiter geöffnet bleiben dürften. Allerdings sei der Begriff Drogerie rechtlich nicht spezifiziert. Im allgemeinen Sprachgebrauch würden darunter Einzelhandelsbetriebe verstanden, die unter anderem
Körperpflege-, Schönheits-, Kosmetik- und Hygieneprodukte verkauften. Deshalb werde man die Filialen offen halten, die dieser Definition entsprächen - die anderen würden geschlossen.

Alle aktuellen Informationen zur Corona-Entwicklung in Deutschland bekommen Sie in unserem News-Ticker zur Pandemie. (rjs/dpa) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © imago images / Ralph Peters

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