Studie

Corona-Folgen für Superreiche: Studie zeigt überraschenden Effekt

Yachthafen in Monaco: Weltweit sind die Superreichen während der Corona-Pandemie noch reicher geworden.
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Yachthafen in Monaco: Weltweit sind die Superreichen während der Corona-Pandemie noch reicher geworden.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat auch wirtschaftlich große Folgen. Weltweit sind Millionen Menschen in Kurzarbeit, viele haben ihren Job verloren. Doch einer Gruppe geht es noch besser.

  • Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft schwer belastet und viele Menschen in Existenznöte gestürzt.
  • Doch die Superreichen kriegen davon nichts mit - im Gegenteil.
  • Alleine in Deutschland ist ihr Vermögen um rund 20 Prozent gestiegen.

Frankfurt/Main - Die Superreichen sind in der Corona-Krise noch reicher geworden. Das Gesamtvermögen der mehr als 2000 Dollar-Milliardäre weltweit stieg bis Ende Juli auch dank der Erholung an den Aktienmärkten auf den Rekordwert von rund 10,2 Billionen Dollar (8,7 Billionen Euro). Das ergeben Berechnungen der Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Großbank UBS, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Vor allem Engagements in schnell wachsenden Bereichen wie Technologie und Gesundheitswesen erwiesen sich der Studie zufolge als Treiber.

Das gewaltige Vermögen verteilt sich demnach auf 2189 Männer und Frauen. Die Summe ist in Euro umgerechnet mehr als doppelt so hoch wie die gesamte jährliche Wirtschaftsleistung von Deutschland als größter Volkswirtschaft Europas (2019: knapp 3,5 Billionen Euro). Berücksichtigt wurden Bargeld, Immobilien, Luxusgüter sowie Aktien und Firmenvermögen. Verbindlichkeiten wurden abgezogen.

Super-Reiche: In Deutschland gibt es jetzt 119 Milliardäre

In Deutschland stieg das Nettovermögen der Ultrareichen nach einem Einbruch zu Beginn der Corona-Pandemie bis Ende Juli auf 594,9 Milliarden Dollar. Bei der letzten Untersuchung (Stichtag März 2019) waren es 500,9 Milliarden Dollar. Der Club der Superreichen wuchs seitdem von 114 auf 119 Mitglieder. Den größten Zuwachs erzielten die deutschen Dollar-Milliardäre nach Ausbruch der Pandemie in den Bereichen Technologie (plus 46 Prozent), Gesundheitswesen (plus 12 Prozent) und Finanzwesen (plus 11 Prozent).

Traditionell habe es in Deutschland bislang relativ wenig Veränderungen innerhalb der hochvermögenden Kreise gegeben, erläuterte Maximilian Kunkel, UBS-Chefanlagestratege für Deutschland. «Covid-19 beschleunigt nun überdurchschnittlich das Vermögenswachstum in den innovationsgetriebenen Bereichen wie dem Technologie- oder Gesundheitssektor und sorgt damit für eine Verschiebung des Vermögens.»

Unternehmer in diesen Bereichen haben nach seinen Angaben in den letzten Monaten unter anderem davon profitiert, dass sich die kurzfristigen Ertragseinbußen in Grenzen hielten, während sich die langfristigen Perspektiven teilweise deutlich verbessert hätten.

Super-Reiche: In Deutschland führen die Familie Reimann und Lidl-Eigentümer Dieter Schwarz das Ranking an

Die reichsten Deutschen dürfte nach einer jüngst veröffentlichten Rangliste des «Manager Magazins» die Unternehmerfamilie Reimann mit einem geschätzten Vermögen von 32 Milliarden Euro sein. Auf Platz zwei steht Lidl-Gründer Dieter Schwarz mit einem geschätzten Vermögen von 30 Milliarden Euro. Als Drittplatzierte werden die Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt genannt, die fast die Hälfte der BMW-Aktien besitzen. Ihr Vermögen sei infolge der Corona-Krise um 1,5 Milliarden Euro auf geschätzt 25 Milliarden Euro gesunken.

Allerdings bekamen auch die Superreichen die Turbulenzen zu Beginn der Corona-Krise zu spüren, die unter anderem für einen heftigen Kurssturz an den Aktienmärkten sorgte. Vor allem die Wochen unmittelbar nach dem Ausbruch der Pandemie trugen der Studie zufolge dazu bei, dass das weltweite Gesamtvermögen der Milliardäre zwischen März 2019 und April 2020 um rund 6,6 Prozent auf 8 Billionen Dollar schrumpfte. Der Club der Superreichen verlor zeitweise 43 Mitglieder. Ab April setzte dann eine Phase der Erholung ein, in der das Gesamtvermögen bis Ende Juli 2020 um rund 28 Prozent stieg. (dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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