48 statt 73 Millionen Franken

Wichtige Credit Suisse-Aktionäre: Boni-Kürzung reicht nicht

+
Statt rund 78 Millionen Franken (rund 73 Mio Euro) zahlt Credit Suisse nun nur noch 48 Millionen Franken für Boni aus. Foto: Steffen Schmidt

Erst legt die Credit Suisse einen Milliardenverlust hin, dann sollen die Aktionäre Bonuszahlungen in Millionenhöhe durchwinken. So nicht, sagen Stimmrechtsberater.

Zürich (dpa) - Nach dem Geschäftsjahr mit Milliardenverlust droht der Schweizer Großbank Credit Suisse wegen geplanter Millionen-Boni Zoff mit Aktionären.

Zwar rückte die Bank nach Protesten bereits von ihrem ersten Vorschlag fürstlicher Vergütung für die Konzernleitung ab. Aber die Kürzungen reichten nicht, urteilten einflussreiche Stimmrechtsberater am Dienstag. Sie beraten Aktionäre, die nach Schätzungen mehr als ein Viertel des Aktienkapitals halten. Die Hauptversammlung findet am 28. April statt.

Credit Suisse hatte am Dienstag einen neuen Vergütungsbericht vorgelegt. Danach sollen statt rund 78 Millionen Franken (rund 73 Mio Euro) noch 48 Millionen Franken für leistungsbezogene Vergütung ausgezahlt werden. Die Sensibilität in Entschädigungsfragen sei in diesem Jahr besonders hoch, sagte der Präsident des Verwaltungsrates, Urs Rohner. Das Salär von Bank-Chef Tidjane Thiam sollte von fast 12 Millionen Franken für 2016 auf 10,24 Millionen Franken sinken. Die Credit Suisse hatte im vergangenen Jahr unter anderem wegen teurer Rechtsstreitigkeiten in den USA einen Verlust von 2,7 Milliarden Franken eingefahren.

Die Schweizerische Stiftung für nachhaltige Entwicklung Ethos, die Pensionskassen und staatliche Institutionen vertritt, lehnt auch den neuen Vorschlag ab. Ethos stufe die Vergütung immer noch als zu hoch ein, teilte die Stiftung mit. Die Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis lehnten die revidierte Bonus-Regelung ebenfalls ab. "Wir glauben nicht, dass Aktionäre diesen Vergütungsbericht im Moment unterstützen sollten", heißt es in einer Mitteilung an die Kunden von Glass Lewis. Die Bank reagierte zunächst nicht darauf.

Mitteilung Credit Suisse

Rohner im Zeitungsinterview Sonntag

Ethos-Mitteilung

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.