Biotech-Unternehmen

Curevac: Biotech-Unternehmen startet entscheidende Impfstoff-Studie - Hoffnung auf rasche Zulassung 

Das Logo des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac ist am Eingang des Firmensitzes in Tübingen zu sehen.
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Curevac-Zentrale in Tübingen: Das Biotech-Unternehmen peilt für das zweite Quartal eine vorläufige Zulassung seines Corona-Impfstoff-Kandidaten an.

Im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie hat das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac mit dem Start des Phase-2b/3-Tests eine wichtige Hürde genommen.

  • Weltweit arbeiten Forscher mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen Corona.
  • Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hat nun mit der Erprobung seines Impfstoffs an über 35.000 Menschen begonnen und gibt sich zuversichtlich.
  • Wenn alles gut geht, könnte der Impfstoff bereits im zweiten Quartal eingesetzt werden und deutlich einfacher zu handhaben sein als Produkte des Wettbewerbs.

München - Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hofft ab dem Frühjahr auf eine vorläufige Zulassung seines Corona-Impfstoffs. „Wir peilen für Berufe mit besonderem Infektionsrisiko wie etwa Klinikpersonal ab dem zweiten Quartal eine bedingte Zulassung unseres Impfstoff-Kandidaten an“, sagte ein Curevac-Sprecher am Montag gegenüber Merkur.de*. Die allgemeine Zulassung solle im dritten Quartal folgen. 

Die nötigen Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit will das Unternehmen jetzt in einer groß angelegten Phase 2b/III-Studie sammeln. Die entsprechende Erprobung habe jetzt begonnen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

„Mit dem Start der zulassungsrelevanten Phase2b/3-Studie haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Entwicklung unseres Impfstoff-Kandidaten CVnCoV erreicht“, sagte Curevac-Chef Franz-Werner Haas. Die bislang erzielten klinischen Daten sähen „vielversprechend aus“.

Curevac: Über 35.000 Probanden nehmen an Phase2b/3-Test teil

Insgesamt nehmen an der Studie in Europa und Lateinamerika über 35.000 Probanden teil. In Deutschland sind unter anderem das Tropeninstitut der Uni Tübingen sowie die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) beteiligt. Außerdem werde der Impfstoff in Belgien, den Niederlanden und Spanien erprobt. Dazu kommen weitere Standorte in Argentinien, Mexiko oder Peru. Bei den Tests erhalten die Probanden entweder zwei Injektionen mit dem CVnCoV-Impfstoff-Kandidaten mit einer Dosierung von jeweils zwölf Mikrogramm oder zwei Placebo-Injektionen.

Die ersten Zwischenergebnisse sollen bereits im ersten Quartal 2021 vorliegen. Mit dem Gros der Daten sei Mitte des Jahres zu rechnen, hieß es.

Curevac-Corona-Impfstoff: Geringe Kühl-Anforderungen

Ähnlich wie der Mainzer Wettbewerber Biontech setzt auch Curevac auf einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Das künstlich erzeugte Botenmolekül soll nach der Injektion den Bau des Virus-Eiweißes anregen und so eine Immunreaktion des Körpers auslösen. Laut Curevac sei der Impfstoff bei Kühlschrank-Temperaturen mindestens drei Monate haltbar. Damit lägen die Anforderungen deutlich niedriger als bei Biontech. Das Produkt des Wettbewerbers benötigt minus 70 Grad, um einsatzfähig zu sein.

Der Impfstoff von Biontech hat in Großbritannien bereits eine vorläufige Zulassung erhalten und ist seit gut zwei Wochen im Einsatz. In den USA hat die US-Arzneimittelbehörde FDA am Freitagabend grünes Licht für eine Notfall-Zulassung des Impfstoffs von Biontech und seines US-Partners Pfizer gegeben. Die Auslieferung läuft auf Hochtouren. 

Curevac: Unternehmen will Produktionskapazitäten massiv ausweiten

Unterdessen arbeitet Curevac mit Hochdruck an der Ausweitung seiner Produktionskapazitäten. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen Kooperationsverträge mit Wacker Chemie sowie dem französischen Auftragsfertiger Fareva unterzeichnet. Mit weiteren Partnern stehe man kurz vor dem Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung, sagte der Curevac-Sprecher.

Nach den Planungen will Curevac im kommenden Jahr insgesamt bis zu 300 Millionen Dosen seines Impfstoffs bereitstellen können. 2022 soll die Produktionskapazität auf 600 Millionen Dosen verdoppelt werden.

Curevac schreibt aktuell noch rote Zahlen. Im laufenden Jahr hat das Unternehmen bis Ende September netto 71 Millionen Euro Verlust geschrieben nach einem Minus von 63,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Allerdings können die Tübinger finanziell aus dem Vollen schöpfen. Ende September lagen die liquiden Mittel bei 892,4 Millionen Euro. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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