„Sehr vielversprechend“

Curevac: Biotech-Unternehmen geht mit „großem Vorteil“ ins Rennen um Impfstoff - Konkurrenz hat ein Problem

Das Logo des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac ist am Eingang des Firmensitzes in Tübingen zu sehen. Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) besucht heute das Biotech-Unternehmen Curevac.
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Curevac-Zentrale: Der Corona-Impfstoff der Tübinger lässt sich nach Unternehmensangaben bei Kühlschrank-Temperatur lagern.

Bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs galten die Kühlanforderungen bislang als eine der größten Herausforderungen. Das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac gibt nun Entwarnung.

  • Weltweit suchen Forscher nach einem Corona-Impfstoff.
  • Aber die Kühlanforderungen eines möglichen Impfstoffs galten als hohe Hürde.
  • Nun könnte das Biotech-Unternehmen CureVac einen wichtigen Erfolg erreicht haben.

München – Im Rennen um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs könnte das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac mit einem großen Plus ins Rennen gehen. Der eigene Covid-19*-Impfstoff-Kandidat bleibe auch bei plus fünf Grad Celsius mindestens drei Monate stabil, teilte CureVac am Donnerstagmittag nach der Auswertung interner Testergebnisse mit. Damit könnte der Impfstoff bei Kühlschrank-Temperatur transportiert und eingelagert werden. „Wir sehen in den vergleichsweise geringen Kühl-Anforderungen einen großen Vorteil“, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag gegenüber Merkur.de*

Bei anderen Impfstoff-Kandidaten sind die Kühlanforderungen wesentlich höher. So muss etwa der Wirkstoff von Moderna bei minus 20 Grad gelagert werden. Der Impfstoff-Kandidat des Mainzer Biotech-Unternehmens Biontech benötigt bei Transport und Logistik Berichten zufolge sogar arktische Temperaturen von minus 70 Grad, um seine Wirksamkeit zu sichern.

Corona: Transport des Impfstoffs gilt als „logistischer Albtraum“

Die extrem tiefen Temperaturen gelten als eine der größten logistischen Herausforderungen beim Einsatz der Impfstoffe. „Das ist ein logistischer Albtraum“, heißt es aus der Branche. So heißt es etwa beim Logistik-Riesen Deutsche Post DHL, man verfüge über umfassende Erfahrung im Versand von Impfstoffen oder Medikamenten, die eine konstante Kühlung im Bereich von minus 70 Grad benötigten. Allerdings dürften bei der Auslieferung von Corona-Impfstoffen „völlig andere Liefergrößen anfallen als bislang“, erklärte eine Konzernsprecherin am Donnerstag. Daher prüfe man an den entsprechenden Standorten, welche Anpassungen nötig seien, um die absehbaren Liefer-Anforderungen stemmen zu können.

Corona: Starke Nachfrage nach Ultra-Tiefkühlschränken

Auch in Krankhäusern oder Arzt-Praxen laufen die Vorbereitungen für die neuen Corona-Impfstoffe auf Hochtouren. Berichten zufolge hat die Aussicht auf einen Impfstoff die Nachfrage nach den Arktis-Kühlschränken in den USA bereits angeheizt. Allerdings stellen die hohen Preise für viele US-Hospitäler eine große Hürde dar. Ultra-Tiefkühlschränke kosten je nach Ausstattung zwischen 10.000 bis 15.000 Dollar pro Stück. „Die meisten Krankenhäuser in ländlichen Regionen können sich die Hightech-Kühlschränke nicht leisten“, berichtete etwa das US-Branchenportal Statnews.

Hier könnte CureVac mit seinem Wirkstoff und der Lagermöglichkeit bei Kühlschrank-Temperaturen möglicherweise einen Wettbewerbsvorteil haben. Nach den aktuellen Planungen wollen die Tübinger noch im laufenden vierten Quartal ihren Wirkstoff in einem groß angelegten Test der Phase IIb/III* überprüfen. Dabei soll der Impfstoff an rund 30.000 Probanden in Europa sowie Lateinamerika getestet werden. Im ersten Quartal 2021 will das Unternehmen dann einen Antrag auf eine rollierende Zulassung bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA stellen. Die Markteinführung solle Mitte 2021 erfolgen.

Die ersten Zwischenergebnisse seien „sehr vielversprechend“, hatte CureVac nach der Auswertung der Daten von insgesamt 250 Probanden Anfang November erklärt.

Die Wirkstoffe von CureVac und Biontech basieren auf der mRNA-Methode. Dabei werden Bestandteile des Erbguts des Coronavirus in einer Fettlösung in den Körper injiziert. In den Zellen sollen sie dann die körpereigene Immun-Abwehr anregen. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digtal Redaktionsnetzwerks.

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