Chefetage eingedampft

Reedereiriese Møller-Maersk spaltet sich auf

+
Das Transportgeschäft und die Energiesparte von Maersk sollen künftig als eigenständige Unternehmen arbeiten. Foto: Torben Christensen

Fallende Frachtraten und niedrige Preise haben Møller-Maersk zuletzt schwer zu schaffen gemacht. Jetzt zieht der dänische Reederei- und Ölkonzern die Konsequenzen - und teilt das Unternehmen auf.

Kopenhagen (dpa) - Der kriselnde dänische Reederei- und Ölriese A.P. Møller-Maersk will sich aufspalten und seine Chefetage verkleinern. Das Transportgeschäft und die Energiesparte sollen künftig als eigenständige Unternehmen arbeiten, wie Maersk in Kopenhagen mitteilte.

Der Konzern war zuletzt wegen rekordniedriger Frachtraten im Containertransport sowie den niedrigen Ölpreisen arg in Bedrängnis gekommen und litt unter Gewinneinbrüchen.

"Die Geschäftsbereiche, in denen wir tätig sind, sind sehr unterschiedlich und unterliegen sehr unterschiedlichen Markt- und Wettbewerbsbedingungen", sagte Vorstandschef Michael Pram Rasmussen.

Maersk will das Ölgeschäft in den kommenden 24 Monaten ganz oder in Teilen abspalten. Das schärfe das Profil und erlaube profitableres Wachstum, hieß es. Bis dahin wolle man sich stärker auf weniger Standorte konzentrieren. Die Transport- und Logistiksparte soll unter dem Namen Maersk erhalten bleiben. Hier will der Konzern durch Investitionen und Aufkäufe wachsen, wie es am Donnerstag hieß.

Nachdem der Gewinn des Reedereiriesen im zweiten Quartal massiv eingebrochen war, hatte der neue Chef der Maersk-Gruppe, Søren Skou, eine "strategische Überprüfung" angekündigt. Das Unternehmen hatte unter dem Strich nur 134 Millionen US-Dollar (rund 120 Mio Euro) im Vergleich zu knapp 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal verdient. Auch der Umsatz war gesunken, obwohl der Konzern vor allem in den Geschäftsbereichen Schifffahrt und Öl stark gespart hatte. Bis Ende 2017 will Maersk in der Containersparte, dem größten Standbein des Unternehmens, 4000 der etwa 23 000 Stellen streichen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 88 300 Mitarbeiter.

Skou hatte im Juli den bisherigen Maersk-Chef Nils Smedegaard Andersen ersetzt. Er bleibt Chef des Gesamtkonzerns sowie des Transportgeschäfts. Chef des Ölgeschäfts in der neuen Aufteilung soll Claus V. Hemmingsen werden, der bisher die Tochtergesellschaft Maersk Drilling, ein Bohrunternehmen, verantwortet hat. Maersk Drilling wird Teil des neuen Energieriesen. Drei Mitglieder der Führungsetage verlieren dagegen ihre Posten in der neuen Aufteilung.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.