Größte Einzelinvestition im Daimler-Werk seit Langem

Daimler: 50 Millionen für neue Achse - Neue Stellen in Sicht

Serienbetrieb gestern offiziell gestartet: Die Produktion der neue Actros-Achse läuft. Unser Foto zeigt Sascha Wiegandt (vorne) und Matthias Hinz bei der Endmontage der Schwergewichte. Foto: Koch

Kassel. Das erleben selbst altgediente Daimler-Beschäftigte nur zwei, höchstens drei Mal in ihrem Berufsleben. Gestern war es wieder soweit: Im Werk Kassel startete feierlich die Serienfertigung der neuen Achse für den ebenfalls neuen, schweren Lkw Actros.

Erst in etwa 15 Jahren wird es wieder einen entsprechenden Produktanlauf geben, denn so lange wird aller Voraussicht nach das neue Schwergewicht des weltgrößten Lkw-Anbieters gebaut.

Zu getragener Musik drückten der Chef der weltweiten Lkw-Getriebe- und Achsaktivitäten des Daimler-Konzerns, Holger Steindorf, Werkleiter Ludwig Pauss, Projektleiter Mario Wenigmann, Fertigungsspezialist Thomas Huch und Betriebsratsvorsitzender Dieter Seidel den symbolischen roten Knopf. Daraufhin hob sich ein großer Vorhang, hinter dem ein neuer, silbergrauer Actros zum Vorschein kam - flankiert von einer Vorder- und einer Hinterachse aus Kasseler Fertigung. Sie senken gemeinsam mit neuen Motoren und modifizierten Getrieben den CO2-Ausstoß und Spritverbrauch und damit auch die Betriebskosten der neuen Fahrzeuge.

So erhofft sich Daimler von dem neuen Actros Marktanteilsgewinne. Eine Milliarde Euro hat der Konzern in das Fahrzeug investiert, 50 Millionen davon allein in die Achsfertigung in Kassel, die gegenüber der alten in weiten Bereiche automatisiert und optimiert wurde. 1250 der 3000 Mitarbeiter hängen nach Angaben des Werksmanagements direkt oder indirekt an der neuen Achse. Wenn die alte 2016 endgültig ausläuft, dürfte diese Zahl auf 1500 steigen.

Im September werden die ersten neuen Actros ausgeliefert. Dann wird schrittweise die Produktion der neue Achse hoch- und die der alten heruntergefahren. Steindorf, Pauss und Seidel unterstrichen die Bedeutung des neuen Produkts für den Standort insgesamt. Es sichert bis weit in 2020er-Jahre die Beschäftigung in dem konzernweiten Leitwerk für Lkw- und Transporterachsen.

Zwei Jahre lang wurde der Produktanlauf vorbereitet. Erste Vorserien gibt es seit März. Neuartige Produktionverfahren, Fertigungsabläufe und Materialien stellten Planer und Werker vor zahlreiche Herausforderungen. Vieles gab es in der Form bislang nicht. Das Werksmanagement lobte denn auch das Team um Mario Wenigmann für dessen Einsatz.

Nach wie vor sind bestimmte Produktionsbereiche für die Öffentlichkeit tabu. Daimler fürchtet, dass die Konkurrenz Fertigungstechnologien abkupfern könnte. Dann nämlich wäre der Wettbewerbsvorteil von weniger Verbrauch und besserer Bremsleistung dahin, und den will Daimler nach Möglichkeit einige Jahre halten. Davon dürften auch die Beschäftigung profitieren. Betriebsratschef Seidel erwartet, dass bereits in den nächsten Monaten mindestens 40 neue Stellen geschaffen werden.

Von José Pinto

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