Weltweit hohe Nachfrage nach Luxusautos und Lastwagen beflügelt das Geschäft

Daimler auf Rekordkurs

Präsentierte am Mittwoch hervorragende Halbjahreszahlen: Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche. Foto: dpa

Stuttgart/kassel. Der Daimler-Konzern fährt aktuell auf der Überholspur. Am Mittwoch präsentierte der Auto- und Lkw-Bauer hervorragende Halbjahreszahlen, kündigte einen Umsatz- und Absatzrekord für das Gesamtjahr an und erhöhte die Gewinnprognose.

Wie Vorstandschef Dieter Zetsche erklärte, werde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) den Vorjahreswert von 7,3 Milliarden Euro „deutlich übertreffen“. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht. Der Umsatz soll die 100-Mrd.-Euro-Marke ebenfalls „deutlich überschreiten“. Der Aktie half dies vorerst nicht. In einem sehr schwachen Börsenumfeld verlor sie bis zum Abend 1,51 Prozent auf 51,03 Euro.

In den ersten sechs Monaten steigerte Daimler den Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf gut 51 Mrd. Euro. Das Ebit stieg um 40 Prozent auf 4,6 Mrd., der Reingewinn legte sogar um fast 50 Prozent auf nahezu 2,9 Mrd. Euro zu. Die Zahl der Beschäftigten stieg binnen Jahresfrist um knapp 8500 auf mehr als 266 000. Konzernchef Zetsche kündigte die Schaffung von mindestens 11 000 neuen Stellen allein in diesem Jahr an. Davon dürfte auch das Werk Kassel mit seinen aktuell rund 3000 Beschäftigten profitieren. Der Betriebsrat erwartet mindestens 40 neue Stellen.

Zur guten Entwicklung trugen alle Konzernbereiche bei. Auch die Lkw-Sparte, zu der das zentrale Achsenwerk in Kassel gehört, hat einen erheblichen Anteil am Unternehmenserfolg. Standortbezogene Umsatz- und Ergebniszahlen nennt Daimler aber nicht. Wie berichtet, ist am Dienstag in Kassel die Produktion der neuen, Sprit sparenden Achse für den schweren Lkw Actros angelaufen. Von ihm versprechen sich die Stuttgarter einen weiteren Schub für die gesamte Nutzfahrzeugsparte.

Starke Lkw-Sparte

Die Lkw-Sparte, die im Krisenjahr 2009 besonders zu leiden hatte, verzeichnete mit einem Absatzplus von 17 Prozent auf gut 180 700 Fahrzeugen und einer Umsatzsteigerung von einem Fünftel auf 12,9 Mrd. Euro die stärksten Zuwächse im Konzern. Vor allem in Europa, Asien und Südamerika stieg die Nachfrage nach Lastwagen kräftig.

Der Pkw-Bereich wuchs beim Absatz um acht Prozent auf 668 356 verkaufte Autos und beim Umsatz um elf Prozent auf 28,5 Mrd. Euro. Die Autosparte bleibt aber mit einem Ebit von fast 2,9 Mrd. Euro der Hauptgewinnbringer. Das liegt vor allem an der anhaltend starken Nachfrage nach Luxuslimousinen und hochpreisigen Geländewagen.

Die Lkw-Sparte trug 889 Mio. Euro zum operativen Ergebnis bei. Das ist mehr als doppelt soviel wie im ersten Halbjahr 2010. Und auch die Sparten Transporter und Finanzdienstleistungen legten kräftig zu. Nur der Bereich Busse verlor fünf Prozent Absatz und sieben Prozent Umsatz, blieb aber in der Gewinnzone.

Von José Pinto

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