Der Autozulieferer Continental hat in der Region rund 700 Stellen geschaffen

„Das ganze Geschäft brummt“

Es läuft rund: Continental hat sich aus der Krise herausgearbeitet. Das Bild zeigt die Schlauchfertigung in Hann. Münden. Foto: Schmidt

NORTHEIM / Korbach. „Es brummt“, stellt Jörg Schustereit, Betriebsratsvorsitzende für die vier Northeimer Werke der Continental-Tochter ContiTech, fest. An dem Standort wird fast überall im 21-Schicht-Betrieb gearbeitet: 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Im Laufe des vergangenen Jahres hat der Autozulieferer aus Hannover in Nordhessen und Südniedersachsen seine Belegschaften um 700 Beschäftigte aufgestockt. Mit rund 7000 Mitarbeitern ist er nach dem VW-Werk Kassel in Baunatal der zweitgrößte Arbeitgeber in der Region.

In Northeim wuchs die Belegschaft im Laufe des Jahres 2010 um rund 200 Beschäftigte auf 1840. In Hann.Münden und Oedelsheim kamen 180 Mitarbeiter hinzu. Dort arbeiten jetzt 840 Beschäftigte.

Das Reifenwerk in Korbach und die dortige Schlauchproduktion von ContiTech haben nun 3200 Beschäftigte, 300 mehr als zu Jahresbeginn 2010. „Wir sind fast wieder auf dem Stand wie vor der Krise“, sagt Werkleiter Lothar Salokat.

Etwa 50 Beschäftigte mehr könnten es in diesem Jahr noch werden, schätzt er. Denn die Korbacher haben sich viel vorgenommen: 10,9 Millionen Reifen sollen von den Bändern rollen, .schon 2010 hatte das Werk mit einer von 10,2 Mio. Reifen den Stand des bisherigen Rekordjahrs 2007 erreicht. Das Erstausrüstergeschäft habe um zehn bis 15 Prozent zugelegt, sagt Salokat.

In Northeim sorgt nicht nur die anziehende Automobilkonjunktur für Arbeit, sondern auch das Industriegeschäft. Die Südniedersachsen stellen unter anderem Transportbänder her, die etwa im Bergbau und in der Stahlerzeugung eingesetzt werden, Auch der Elastomer-Bereich, zu dem Drucktücher zählen, ist gut ausgelastet.

Die meisten 2010 in Northeim neu hinzugekommenen Kollegen sind Leiharbeiter. „Wir kämpfen darum sie zu übernehmen“, sagt Schustereit. Nach einer Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung dürfen höchstens zehn Prozent der Belegschaft Leiharbeiter sein. „Man kann die Menschen nicht so hinhalten“, sagt Schustereit.

Detaillierte Zahlen zur Beschäftigungplanung und Investitionen 2011 hat der Konzern bislang noch nicht vorgelegt. Konzernchef Elmar Degenhart hatte aber erste Eckzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres genannt. Danach ist der Umsatz von rund 20 Milliarden auf mehr als 25,5 Mrd. Euro geklettert. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg, Sondereffekte herausgerechnet, von 1,16 Mrd. auf 2,4 Mrd. Euro und übertrifft damit sogar den Rekordwert von 1,67 Mrd. Euro im Jahr 2007. Unterm Strich wird dem Konzern jedoch weit weniger bleiben: Wegen hoher Zahlungen an das Finanzamt werde das Nachsteuerergebnis nicht mit dem guten Geschäftsverlauf Schritt halten, schreibt die NordLB.

Von Barbara Will

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