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Das „Naturtalent“

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Phil Schaller
Phil Schaller © Philippi Photographie

Phil Schaller sitzt auf der heimischen Terrasse in Wabern-Unshausen, nippt an seinem Apfelsaft und erzählt von einer gerade beendeten Tour mit Udo Lindenberg – völlig entspannt, unaufgeregt, so, als wäre es nichts Besonderes. 

Aber das ist es. Auch für Phil: „Es war unglaublich, mit Udo Lindenberg auf der Bühne zu stehen. Vor teilweise 30 000 Zuschauern zu singen, mit einer solchen Musik-Ikone, das ist schon krass.“ Aber genau das ist es, was Phil Schaller will: er will singen. Auf den ganz großen Bühnen, mit einem Riesenpublikum, eigenen Songs und einer eigenen Band. Den Grundstein dafür hat er früh gelegt. Schon als kleiner Junge sang er im Kinder- und Jugendchor „Halbtöne“ in Falkenberg. Im familieneigenen Bistro 254 in Unshausen gab er regelmäßig Konzerte und wurde von dort aus immer wieder als Sänger für Geburtstage, Hochzeiten und Taufen gebucht.

Ein Schlüsselmoment war eine Talentshow im City-Point in Kassel: Als Phil anfing zu singen, wurde es im Einkaufszentrum erst ganz ruhig, dann wurde gejubelt. „Überall standen die Menschen und wollten sehen, wer da singt, es war unglaublich“, erinnert sich seine Mutter. Bereits nach zwei Tagen kam es zu einem Treffen mit Produzent Peter Hoffmann, der ihn nach Hamburg einlud. Hoffmann, der schon Alben für Johannes Oerding, LaFee und Tokio Hotel produziert hat. Auch von Ralph Siegel wurde Phil schon eingeladen (produzierte zum Beispiel Nicole „Ein bisschen Frieden“). Er sagte über Phils Gesang: „Die Musik geht ins eine Ohr hinein und kommt zum anderen Ohr als Freude heraus.“ Phil war da zwölf.

Phil Schaller aus Wabern-Unshausen liebt den Gesang – und seine Heimat Nordhessen.
Phil Schaller aus Wabern-Unshausen liebt den Gesang – und seine Heimat Nordhessen. © Marco Landau

Mit 14 schaffte er dann das, wovon viele Kin-der träumen. Der Nordhesse stand bei The Voice Kids im Finale und rührte mit seinem Song „Angel“ von Sarah McLachlan das Publikum zu Tränen. „Keiner von uns hat damit gerechnet, dass es so weit geht. Wir dachten, es wäre doch ganz schön, wenn er die Blinds übersteht – aber eine Finalteilnahme, das hat wirklich keiner von uns erwartet“, erinnert sich sein Vater, Martin Schaller.

Seither hat Phil mit der Band „Schlagerkids“ zwei Alben herausgebracht, stand mit seinem Voice-Coach Max Giesinger bei einem seiner Konzerte spontan gemeinsam auf der Bühne und veröffentlicht regelmäßig Musikvideos seiner Coversongs auf Facebook, YouTube, Instagram und TikTok. Seine Fanbase wächst und mit ihr sein Bekanntheitsgrad.

Zusammen mit Udo Lindenberg auf den ganz großen Bühnen.
Zusammen mit Udo Lindenberg auf den ganz großen Bühnen. © privat

Mittlerweile ist Phil 16 und es wird Zeit für einen neuen Abschnitt. „Die Schlagerkids haben sich aufgelöst, da sind wir einfach rausgewachsen. Ich nehme gerade meine eigenen Songs auf. Singe über Themen, die mich bewegen und bin auch musikalisch da, wo ich hinmöchte – im „Deutsch-Pop“, sagt Phil. Seine Vorbilder sind Max Giesinger, Wincent Weiss und Johannes Oerding. Phil war in diesem Jahr schon in Berlin, Stuttgart und Wiesbaden, um Songs aufzunehmen und hofft, dass im Herbst 2022 sein erster eigener veröffentlicht wird.

Aufregend ist das. Für ihn und seine Familie. Aber anmerken tut man es ihm nicht. Denn trotz des Trubels um seine Person ist Phil bodenständig. Gerade hat er seinen Realschulabschluss in Oberurff gemacht und fängt am 29. August seine Ausbildung zum Elektriker bei B. Braun in Melsungen an.

Im Falkenberger Chor, bei den „Free Voices“, singt er immer noch und er verbringt viel Zeit mit der Familie und seinen Freunden. Weg aus Nordhessen? Das kann er sich nicht vorstellen. Dafür liebt er die Ruhe des Landlebens zu sehr – und seinen Rasenmäher. Mit dem dreht er nämlich seine Runden durch Unshausen, wenn er mal gerade nicht in Sachen Musik unterwegs ist.    

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