Adressen im Internet zugänglich – Kontodaten nicht betroffen

Fragen und Antworten zur Datenpanne bei Schlecker

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Ärger mit Datenlecks: Drogerie-Chef Anton Schlecker Foto: dpa

Datenpanne bei Schlecker: Die Angaben von 150.000 Online-Kunden waren bis Donnerstag über das Internet zugänglich. Mittlerweile sei das Leck gestopft, erklärte die Drogeriekette. Wenn Verbraucher durch solche Patzer geschädigt werden, ist die Rechtslage schwierig.

Welche Daten kursierten im Internet?

Es ging um Namen, Adressen, Geschlecht und Kundenprofil. Außerdem waren 7,1 Millionen E-Mail-Adressen von Newsletter-Kunden abrufbar. Kontodaten oder Passwörter waren nicht dabei, betont das Unternehmen Schlecker.

Was kann in solchen Fällen passieren?

Die Adressen können in die Hände von kriminellen Geschäftemachern geraten, warnte der IT-Spezialist Tobias Huch, der die Datenlücke entdeckte, in der „Bild“-Zeitung.

Müssen Verbraucher informiert werden, wenn sie Opfer einer Datenpanne sind?

Wenn es um sensible Daten geht, müssen die Betroffenen auf jeden Fall davon erfahren, sagt Ralf Menger vom Regierungspräsidium Darmstadt, das für die private Datenschutzaufsicht in ganz Hessen zuständig ist. Sensibel sind zum Beispiel Bank- und Kontodaten, Informationen zu Gesundheit und zur Intimsphäre. Darüber, ob einfache Adressen dazu gehören, sagt das Datenschutzgesetz

Was können Verbraucher tun?

Sie können von dem Unternehmen, das ihre Daten hat, verlangen, diese zu sperren oder zu löschen, und sie können Passwörter ändern.

Was passiert, wenn jemand Konto- oder Bankdaten missbraucht, die bei einem Unternehmen hinterlegt sind?

Wer auf seiner Kreditkartenrechnung oder dem Kontoauszug unberechtigte Abbuchungen feststellt, kann diese sperren oder rückgängig machen lassen, erklärt die Verbraucherzentrale Hessen. Doch hat der Datendieb mit den erschlichenen Kontodaten etwa im Internet eingekauft, hat der geschädigte Verbraucher den schwarzen Peter: Er muss beweisen, dass er nicht der Auftraggeber war. Und das sei schwierig, sagt Ute Bitter von der Verbraucherzentrale Hessen.

Was wird Schlecker jetzt tun?

Das Datenleck ist laut Schlecker nicht im Online-Shop, sondern bei einem externen Dienstleister aufgetreten. Schlecker erstattete inzwischen Anzeige gegen unbekannt.

Von Barbara Will

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