Autohersteller: Wartezeiten für die meisten Neuwagen halten sich im Rahmen

Während der VW Tiguan (Foto) für dieses Jahr bereits ausverkauft ist, ist der Golf binnen sechs bis acht Wochen lieferbar. Foto: VW

Kassel/Northeim. Wer ein neues Auto kauft, muss mitunter Geduld haben. Je nach Modell kann es bei deutschen Herstellern derzeit bis zu zehn Monate dauern, bis das neue Gefährt verfügbar ist. Wer aber ein gängiges Modell bestellt, muss auch nicht länger als sonst auf seinen Neuwagen warten.

Lange Lieferzeiten gelten nämlich vor allem für Modelle mit vergleichsweise kleinen Serien wie die Sportgeländewagen (Sport Utility Vehicle, SUV). Diese Engpässe gibt es bei den gängigen Modellen nicht, die den Hauptumfang der Produktion ausmachen.

„Unsere Brot- und Butter-Baureihen haben eine überschaubare Lieferzeit“, sagt ein Mercedes-Sprecher. Bis auf wenige Ausnahmen würden jetzt bestellte Neuwagen im Lauf des dritten Quartals ausgeliefert. Selbst der Sportgeländewagen GLK stehe spätestens im September beim Kunden.

Auch Matthias Welter, Geschäftsführer des VW-Zentrums am Königstor in Kassel, berichtet von langen Lieferzeiten vor allem bei den SUV. Der Tiguan sei für das laufende Jahr ausverkauft. Volkswagen hat die Fertigungskapazität für das beliebte Modell erst im April ausgebaut. Bis zum Herbst soll sie von 700 auf 1000 Stück pro Tag steigen. Der VW Golf hingegen sei binnen sechs bis acht Wochen verfügbar, sagt Welter. Er ist mit fast neun Prozent der Neuzulassungen noch immer das mit Abstand beliebteste Auto der Deutschen. Allein im April wurden in Deutschland 22 867 neue Golf zugelassen.

Auch bei Audi und Porsche, sei die Lage vergleichbar, sagt Welter. Während die Kunden auf die Sportgeländewagen Audi Q5 und Q7 sowie Porsche Cayenne sehr lange warten müssten, sei der neue Audi-Kleinwagen A1 kurzfristig erhältlich.

Jürgen Schwarze, Leiter der BMW-Niederlassung Kassel, ist mit den Lieferzeiten zufrieden. Auch beim bayerischen Autobauer gilt: Volumenmodelle sind schnell erhältlich, aber einige Sportgeländewagen der X-Reihen kommen teilweise erst Ende des Jahres zum Kunden. „Diese unerwartet hohe Nachfrage ist für uns aber eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagt Schwarze.

Die gestiegene Nachfrage betrifft nicht nur die deutschen Hersteller. „Wir haben längere Lieferzeiten als vor einem Jahr“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Hermann vom Northeimer Autohaus Hermann, das unter anderem Peugeot und Renault führt. Lieferzeiten von sechs bis acht Wochen seien passé, die meisten Modelle seinen binnen drei bis sechs Monaten verfügbar. Die häufig verkauften Klein- und Mittelklassewagen hätten die geringsten Wartezeiten.

Von Marcus Janz

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