Talfahrt geht weiter

Globale Wirtschaftsorgen drücken Dax ins Minus

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Ein Börsenhändler spiegelt sich im Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Frankfurt/Main - Ängste vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung haben den Dax am Mittwoch stark ins Minus gedrückt.

Ängste vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung haben den Dax am Mittwoch stark ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex weitete seine Verluste im Handelsverlauf aus und schloss 2,14 Prozent tiefer bei 10 682,15 Punkten. Insbesondere der andauernde Verfall vieler Rohstoffpreise und die anhaltenden Turbulenzen an den chinesischen Aktienmärkten verunsicherten die Anleger.

Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 1,57 Prozent auf 20 395,82 Punkte ein, und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,80 Prozent auf 1748,42 Punkte.

Die Festlandbörsen in den chinesischen Millionenstädten Shanghai und Shenzhen waren im Handelsverlauf zunächst um mehr als 5 Prozent abgesackt, bevor die Indizes am Ende deutlich ins Plus drehten. Seit bereits zwei Monaten durchleben Chinas Börsen eine extreme Berg- und Talfahrt.

Die Sorgen vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur wegen China lasteten schwer auf den Börsen, sagte Andreas Paciorek, Marktanalyst des Devisenhändlers CMC Markets. Der Dax nähere sich nun der kritischen Marke von 10 650 Punkten, dem Tief der Abwärtsbewegung Anfang Juli. Die Zustimmung des Bundestages zum dritten Griechenland-Hilfspaket war allgemein erwartet worden und hatte deswegen keine stabilisierende Wirkung auf die Kurse.

Zumindest hätten die jüngsten US-Verbraucherpreise für Juli keine Argumente für eine bald bevorstehende Leitzinserhöhung in den USA geliefert, schrieb Marktanalyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba. Nach dem deutschen Börsenschluss legt die US-Notenbank Fed ihr Protokoll zu ihrer jüngsten Sitzung Ende Juli vor. „Diese Veröffentlichung stellt eine der letzten Gelegenheiten dar, einen etwaigen Zinsschritt im September vorzubereiten“, erläuterten die Analysten von HSBC Trinkaus.

Unter den Einzelwerten hierzulande gerieten die Aktien aus konjunktursensiblen Branchen stark unter Druck. Die Papiere des Spezialchemiekonzerns Lanxess gaben um 5,61 Prozent nach und waren damit Dax-Schlusslicht. Neben Sorgen über die Wirtschaftslage spielten hier auch Befürchtungen um einen möglichen Abstieg in die zweite Börsenliga eine Rolle.

Die Aktien von Kuka gaben am MDax-Ende um 4,97 Prozent nach. Der Roboter- und Maschinenbauer ist wie seine gesamte Branche stark vom chinesischen Exportmarkt abhängig. Ansonsten sorgte Deutsche Annington für den letzten Höhepunkt der Berichtssaison. Der Immobilienkonzern überraschte beim Ergebnis im ersten Halbjahr positiv. Die Aktien legten als einziger MDax-Gewinner um 1,25 Prozent zu.

Positive Nachrichten kamen auch von Manz Automation: Der im TecDax notierte Maschinenbauer hatte Großaufträge für Maschinen zur Montage von Notebooks und anderen Elektrogeräten erhalten. Die Anteilsscheine zogen als bester TecDax-Wert um 3,20 Prozent an.

Der im SDax notierte Onlinehändler für Heimtierbedarf Zooplus enttäuschte hingegen mit seinen endgültigen Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Die Papiere fielen um 8,77 Prozent.

Der EuroStoxx 50 verlor 1,80 Prozent auf 3282,05 Punkte. Die Leitindizes in Paris und London gaben ähnlich stark nach. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit mehr als einem Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,46 Prozent am Vortag auf 0,47 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel leicht um 0,03 Prozent auf 139,67 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,26 Prozent auf 155,10 Punkte. Der Eurokurs kletterte zuletzt auf 1,1061 US-Dollar. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1041 (Dienstag: 1,1060) US-Dollar festgesetzt.

dpa

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