Erstmals seit Januar unter 10000er-Marke

Sorge um China: Dax fällt unter 9700 Punkte

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Ein Börsenhändler spiegelt sich im Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Frankfurt/Main - Der anhaltende Kurseinbruch in Asien bringt den Dax erneut stark unter Druck. Mit Eröffnung der Wall Street droht weiteres Ungemach. Die Anleger brauchen weiter starke Nerven.

Die weltweit drastisch eingetrübte Börsenstimmung hat am Montag den deutschen Aktienmarkt weit in die Tiefe gerissen.

Wegen Wirtschaftssorgen um China schloss der Dax nicht nur erstmals seit Januar wieder unter der Marke von 10 000 Punkten. Nach einem tiefroten Handelsstart an der New Yorker Wall Street war der deutsche Leitindex sogar kurzzeitig deutlich unter 9400 Punkte gefallen und hatte knapp 8 Prozent eingebüßt.

Aus dem Tag ging der Dax mit einem Abschlag von 4,70 Prozent auf 9648,43 Punkte, das höchste Tagesminus seit dem 1. November 2011 mit damals 5,0 Prozent. Bereits in der Vorwoche war der Dax um insgesamt rund acht Prozent gefallen. Die Jahresgewinne sind damit ausradiert, und zu Buche steht ein Minus von rund eineinhalb Prozent. Die Zeiten, als der Dax noch von Rekord zu Rekord eilte und im April auf einen Höchststand bei 12 390 Punkte geklettert war, scheinen mit Blick auf die vergangenen Wochen vorerst vorbei zu sein.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax gab am Montag um 3,74 Prozent auf 18 618,49 Punkte nach. Der TecDax sank um 3,07 Prozent auf 1574,66 Punkte. In diesen drei Indizes der Dax-Familie mit insgesamt 110 Aktien gab es nur zwei Werte mit Kursgewinnen.

Ängste vor einer harten Landung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China und deren Auswirkungen auf die globale Konjunktur ließen die Kurse rund um den Globus einbrechen. Dass zahlreiche Marktexperten von einem übertriebenen Kurssturz sprachen, fand wenig Beachtung. Dennoch hieß es nicht nur von Aktienstratege Mislav Matejka (JPMorgan): "Die pessimistische Stimmung scheint überwältigend zu sein, während wir zugleich feststellen, dass eine Reihe wichtiger Variablen dieses negative Bild nicht untermauern."

Kapitalmarktstratege Carsten Roemheld von der Fondsgesellschaft Fidelity etwa hält deutsche Aktien ebenfalls inzwischen für "überverkauft". Der deutsche Aktienmarkt sei in den vergangenen drei Monaten stärker als der europäische Gesamtmarkt von den Sorgen rund um China abgestraft worden.

Unter den Einzelwerten im Dax verbuchte die Aktie von Henkel mit einem Minus von 1,56 Prozent die geringsten Verluste. Das Papier des Industriekonzerns und Stahlherstellers ThyssenKrupp, ein typischer zyklischer Wert, büßte hingegen 6,73 Prozent ein. Die Bankaktien verloren ebenfalls jeweils mehr als 6 Prozent.

Die rote Laterne hielt allerdings der Versorger RWE mit minus 9,11 Prozent. Eigentlich galten Versorger einst als defensiv, also wenig konjunktursensibel, doch seit der politischen Energiewende haben sie mit enormen Problemen etwa mit Blick auf ihre Atomkraftwerke zu kämpfen. Die Investoren gehen seither auf Abstand, und nun äußerte sich auch die Commerzbank negativ zur RWE-Aktie. Das Papier des Konkurrenten Eon brach um 8,60 Prozent ein und fiel erstmals seit der Fusion der Mischkonzerne Veba und Viag zur Eon AG im Juni 2000 unter 10 Euro.

Auch europaweit gingen die Börsen auf Talfahrt. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 büßte 5,35 Prozent auf 3073,39 Punkte ein, und auch die Börsen in Paris und London gaben um die 5 Prozent nach. In den USA erholte sich der Dow Jones Industrial von seinem zeitweiligen Minus von mehr als 6 Prozent zuletzt deutlich. Zum europäischen Handelsschluss standen nur noch 1,3 Prozent Minus zu Buche. Die Nasdaq-Indizes verloren sogar weniger als ein Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,42 Prozent am Freitag auf 0,41 Prozent. Der Rentenindex Rex verharrte bei 139,45 Punkten. Der Bund Future sank um 0,25 Prozent auf 155,42 Punkte. Der Kurs des Euro, der zeitweise wieder über die Marke von 1,17 US-Dollar gesprungen war, wurde zuletzt bei 1,1579 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1497 (Freitag: 1,1281) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8698 (0,8865) Euro.

dpa

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