Debatte um Einlagensicherung: Deutschland stößt auf Kritik

+
Kunde am Geldautomaten: Deutschland stößt mit seiner ablehnenden Haltung gegen die geplante europäische Einlagensicherung auf Kritik. Foto: Salome Kegler/Archiv

Luxemburg (dpa) - Deutschland stößt mit seiner ablehnenden Haltung gegen die geplante europäische Einlagensicherung auf Kritik. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem zeigt zwar Verständnis für die deutsche Forderung, Risiken im Bankensystem zu reduzieren.

"Aber es gibt zwei Seiten der Medaille", sagte Dijsselbloem beim EU-Finanzministertreffen in Luxemburg. Man müsse auch ein System aufbauen, um Risiken zu teilen, etwa über eine europäische Sicherung der Bankguthaben von Kunden. "Wir müssen also beide Ansätze gleichzeitig angehen."

Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna verteidigte den geplanten Gesetzesvorschlag der EU-Kommission. Dieser gehe "in die richtige Richtung". Luxemburg hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Auch EU-Währungskommissar Pierre Moscovici sagte: "Wir müssen die Sparer schützen. Und ich hoffe, dass diese Idee dafür sorgen wird." Etwas verhalten zeigte sich Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling: "Arbeiten wir das Schritt für Schritt ab. Und wenn die Zeit gekommen ist, werden wir das diskutieren."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) stemmt sich gegen Vorschläge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Ein internes Papier des Bundesfinanzministeriums warnt davor, jetzt eine Diskussion über die gemeinsame Einlagensicherung zu starten. Dies sei "inakzeptabel." Es ist nicht damit zu rechnen, dass das Vorhaben schnell vorankommt.

Der Aufbau eines gemeinsamen europäischen Einlagensicherungsfonds als dritte Säule der Bankenunion war auch in der Vergangenheit vor allem am deutschen Widerstand gescheitert. Seit Juli gilt in allen 28 EU-Staaten im Fall einer Bankenpleite ein gesetzlich garantierter Schutz von bis zu 100 000 Euro pro Kunde und pro Bank. Darüber hinaus gibt es die Idee, die nationalen Systeme im Fall von Bankpleiten in einem europäischen System zusammenzuführen.

Tagesordnung des Treffens - Englisch

Papier auf der Webseite der FT - Englisch

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.