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Bahn will besser  verstanden werden - digitale Technik soll Akustik in Bahnhöfen verbessern

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Von: Wolfgang Riek

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ARCHIV - 07.10.2017, Hamburg: Reisende steigen in einen ICE bzw. gehen über den Bahnsteig 12 des Hauptbahnhofes. Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft EVG haben sich im Tarifkonflikt geeinigt. (zu dpa vom 15.12.2018) Foto: Daniel Bockwoldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
2016 hat die neue Technik des Potsdamer Startups Holoplot in einem Förderprogramm der DB gepunktet. © Archiv: Daniel Bockwoldt/dpa

Reisende, die sich über Durchsagen auf Bahnhöfen ärgern, weil sie meist nur Bahnhof verstehen, dürfen hoffen: Ein neues System soll die Akustik in Bahnhöfen verbessern.

An den unterirdischen S-Bahngleisen 103 und 104 des Frankfurter Hauptbahnhofes wollen die Deutsche Bahn (DB) und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) jetzt sechs Monate lang ein neues Audio-System testen, das Lautsprecher-Informationen auch im dichten Berufsverkehr besser verstehbar machen soll.

Und nicht nur das: Reisende sollen wie mit einem Lichtstrahl auch über weite Entfernungen so gezielt und zentimetergenau beschallt werden können, dass sie nur Durchsagen hören, die ihre Verbindung betreffen – und nicht mehr die Infos von Nachbarbahnsteigen. Auch der Lärmpegel draußen vor dem Bahnhof könnte mit dem neuen System abnehmen, hieß es gestern zum Start des Versuchs.

Holoplot in Förderprogramm der Deutschen Bahn

2016 hat die neue Technik des Potsdamer Startups Holoplot in einem Förderprogramm der DB gepunktet. Roman Sick, Geschäftsführer von Holoplot, nennt Bahnhöfe im Interview des Digital-Portals t3n „einen akustischen Albtraum“. Holoplot glaubt, ein uraltes Problem der Bahn entschärfen zu können, weil sein System aus verteilt montierten Lautsprecher-Batterien Räume akustisch verändert.

Auf den Bahnsteigen wurden dazu an elf Standorten insgesamt 23 neue Audio-Module installiert, die von einer Software gesteuert würden, hieß es zur Vorstellung des Projekts von der Bahn. Und Abfahrtszeiten oder Verspätungsdurchsagen sind längst nicht alles: Auch eine aus dem Zug steigende grölende Hooligan-Gruppe lasse sich mit einer punktgenauen akustischen Warnung beschallen, sagte Holoplot-Geschäftsführer Sick dem Portal t3n.

Die Kosten des Tests in Höhe von 150.000 Euro tragen zu zwei Dritteln die Bahn und einem Drittel der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Bei positivem Feedback der Fahrgäste könne das System auch an weiteren Bahnhöfen eingesetzt werden, erklärte der Konzernbevollmächtigte für das Land Hessen, Klaus Vornhusen.

Auch an anderen Stellen ringt die Bahn um eine bessere Information der Fahrgäste. In einem aufwendigen Castingverfahren wurde 2018 eine neue Stimme für die automatischen Durchsagen an den bundesweit insgesamt 10.000 Bahnsteig-Lautsprechern gesucht. Bahn-Mitarbeiter und der Kundenbeirat durften eine Vorauswahl aus Kandidaten treffen, Verständlichkeit war eines der Hauptkriterien. Das letzte Wort hat der Bahnvorstand. 

mit dpa

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