Kreditinstitut

Deutsche Bank schneidet trotz Corona-Krise besser ab als erwartet – Eine Sparte hat sich besonders gut geschlagen 

Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Im zweiten Quartal hat das Kreditinstitut die Erwartungen der Analysten übertroffen.
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Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Im zweiten Quartal hat das Kreditinstitut die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Die Deutsche Bank hat sich im abgelaufenen Quartal trotz Corona-Pandemie überraschend gut geschlagen. Vor allem in einem lange heftig umstrittenen Bereich zogen die Erträge kräftig an.

  • Die Deutsche Bank hat Analysten im zweiten Quartal positiv überrascht.
  • Vor allem in einem Geschäftsbereich ging es stark nach oben.
  • Doch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie belasten.

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank hat sich im zweiten Quartal besser geschlagen als gedacht. Trotz hoher Belastungen durch drohende Kreditausfälle in der Corona-Krise stand vor Steuern ein Gewinn von 158 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte die Deutsche Bank wegen hoher Kosten für den Konzernumbau noch einen Verlust von 946 Millionen Euro gemacht.

Unter dem Strich blieb für die Aktionäre dennoch ein Verlust von 77 Millionen Euro nach einem Minus von 3,3 Milliarden ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Damit übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten aber deutlich. „Wir haben in einem schwierigen Umfeld unsere Erträge gesteigert und unsere Kosten weiter gesenkt und sind auf einem guten Weg, alle unsere Ziele zu erreichen“, sagte Vorstandschef Christian Sewing.

Deutsche Bank-Investmentbanking mit Ergebnissprung

Vor allem im zuletzt deutlich verkleinerten Investmentbanking hatte das größte deutsche Kreditinstitut deutlich zugelegt. Insgesamt stiegen die Erträge dort um 46 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Ähnlich wie die großen US-Wettbewerber profierte auch die Deutsche Bank dabei von einem starken Anleihe-Geschäft. Insgesamt steigerte das Geldhaus seine Erlöse um ein Prozent auf 6,29 Milliarden Euro.

Allerdings hinterlässt die wachsende wirtschaftliche Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie auch im Zahlenwerk der Deutschen Bank deutliche Spuren. Im abgelaufenen Quartal erhöhte die Deutsche Bank die Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite um 600 Millionen Euro auf 761 Millionen Euro. Im Wettbewerbsvergleich schneidet die Bank damit dennnoch gut ab. Die von der Corona-Krise besonders heftig gebeutelte spanische Großbank Santander musste die Risikovorsorge gleich um 3,1 Milliarden Euro erhöhen. Im ersten Halbjahr hat Santander bereits insgesamt elf Milliarden Euro versenkt.

Deutsche Bank-Chef: Umbau ist voll im Plan

Beim im Vorjahr begonnen Umbau liege man „voll im Plan“, betonte Sewing. Nach den Plänen will die Deutsche Bank bis 2022 insgesamt rund 18.000 Stellen streichen. Inzwischen schreckt die Bank auch nicht mehr vor Tabubrüchen zurück. Erst vor wenigen Wochen kündigten die Frankfurter eine Partnerschaft mit Google an. Herbe Folgen hat die Corona-Krise auch für den US-amerikanischen Flugzeugbauer Boeing. Die Produktion des Modells des Jumbo-Jets 747 wird eingestellt.

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