Verheerender Quartalsbericht

Deutsche Bank: Tausende Jobs fallen weg

Frankfurt/Main. Die Deutsche Bank hat wegen der harten Aufräumarbeiten in ihrer Bilanz einen Rekordverlust im dritten Quartal verbucht. Die Bank streicht netto rund 9000 Arbeitsplätze.

Unter dem Strich kam ein Minus von sechs Milliarden Euro zusammen, wie das Institut in Frankfurt mitteilte. Grund sind milliardenschwere Abschreibungen auf das Investmentbanking und das Privatkundengeschäft mit der Tochter Postbank. Hinzu kamen neue Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten.

Stellenabbau im großen Stil 

Die Deutsche Bank streicht rund 9000 Arbeitsplätze. Das teilte das Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mit. Darüber hinaus wird der Dax-Konzern über den Verkauf von Beteiligungen in den nächsten zwei Jahren seinen Mitarbeiterstamm von zuletzt etwa 103 000 um weitere 20 000 Vollzeitkräfte verringern. Dabei geht es vor allem um die bereits beschlossene Trennung von der Postbank.

Schrumpfen wird die Bank auch ihre internationale Präsenz: Die Deutsche Bank zieht sich aus zehn Ländern vollständig zurück, darunter Argentinien, Chile, Mexiko und Dänemark. Der Sparkurs soll die Kosten um brutto rund 3,8 Milliarden Euro drücken. Die Kosten für den Umbau inklusive Abfindungen bezifferte das Geldhaus auf rund 3,0 Milliarden bis 3,5 Milliarden Euro.

Damit setzt die Bank ihren harten Umbau unter dem seit Juli amtierenden Co-Chef John Cryan fort. In der Bilanz räumte das neue Management kräftig auf, was zu einem Rekordverlust von sechs Milliarden Euro im dritten Quartal führte. Am Mittwoch wurde die Streichung der Dividende für die Jahre 2015 und 2016 verkündet.

Die Bank hatte bereits vor rund drei Wochen einen Verlust in dieser Größenordnung angekündigt, das Minus fiel nun etwas geringer aus als zunächst in Aussicht gestellt. Vor einem Jahr hatte die Bank nach revidierten Zahlen 92 Millionen Verlust im dritten Quartal erzielt.

Co-Chef John Cryan sprach in der Mitteilung von einem "absolut enttäuschenden Ergebnis". Cryan will im Laufe des Tages seine Pläne für den Umbau der Bank vorlegen. Es wird erwartet, dass er harte Einschnitte ankündigen und vor allem das Investmentbanking schrumpfen wird. Die Bank hat bereits beschlossen, dass die Sparte künftig in zwei Teile getrennt wird. Am Mittwochabend hatte der Dax-Konzern bereits angekündigt, für 2015 und 2016 keine Dividende zu zahlen. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.