Auch Rechtsrisiken belasten

Deutsche Bank: Steuern fressen Gewinn auf

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Das Logo der Deutschen Bank an der Firmenzentrale des Bankhauses in Frankfurt am Main (Hessen). Die Deutsche Bank legt am 29.07.2014 in Frankfurt (Hessen), die Zahlen für das 2. Quartal vor.

Frankfurt - Das Tagesgeschäft bei der Deutsche Bank läuft wieder besser. Allerdings fressen die Steuern den Gewinn auf - und der Berg an Rechtsrisiken ist noch immer gewaltig.

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal 2014 im Tagesgeschäft deutlich an Boden gewonnen. Vor allem dank eines Sparkurses und des wieder erstarkten Investmentbankings konnte Deutschlands größtes Geldhaus seinen Vorsteuergewinn auf 917 Millionen Euro steigern - 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit der am Dienstag in Frankfurt veröffentlichen Zwischenbilanz lag der Dax-Konzern am oberen Ende der Analysten-Erwartungen.

Dennoch stand unter dem Strich ein deutlicher Gewinnrückgang um 29 Prozent auf 238 Millionen Euro. Das lag vor allem daran, dass sich die Steuerlast um fast die Hälfte auf 679 Millionen Euro erhöhte. Das Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen sprach in einer Mitteilung von einem „starken operativen Quartalsergebnis“: „Diese Ergebnisse machen die Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie 2015+ deutlich, die wir mit zwei Kapitalerhöhungen im Quartal untermauert haben.“

Deutsche Bank stockt Rückstellungen für Rechtsrisiken auf

Einer der größten Unsicherheitsfaktoren bleiben juristische Auseinandersetzungen. Im zweiten Quartal erhöhte das Institut seine Rückstellungen für Rechtsrisiken um 470 Millionen Euro auf 2,2 Milliarden Euro. Neben den gebuchten Rückstellungen könnten dem Quartalsbericht zufolge weitere Belastungen von 3,2 Milliarden Euro drohen, für die die Deutsche Bank noch keine Vorsorge in der Bilanz getroffen hat.

Analysten befürchten, dass Rechtsrisiken die Bank noch lange beschäftigen werden. So steht etwa in den USA noch eine Einigung im Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze aus. Hinzu kommen weltweit laufende Ermittlungen wegen mutmaßlicher Manipulationen von anderen wichtigen Finanzdaten - von Devisenkursen bis zu Preisen von Gold und Silber. Auch wegen möglicher Verstöße gegen US-Handelssanktionen bei Geschäften mit sogenannten Schurkenstaaten droht eine Strafe. Bei der Hauptversammlung im Mai mussten die Aktionäre erfahren, dass die Deutsche Bank in rund 6000 Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist.

Die milliardenschwere Kapitalerhöhung im Mai und Juni hat die Kapitalpuffer der Deutschen Bank kräftig gestärkt. So legte die harte Kernkapitalquote - das Verhältnis von Eigenkapital zu den Risikopositionen - um zwei Prozentpunkte auf 11,5 Prozent zu. Damit liegt sie deutlich über den erst in einigen Jahren voll gültigen Regeln der Finanzaufseher. Auch die laufende Überprüfung der Großbanken durch die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte nach Expertenansicht nun kein Risiko mehr für die Bank darstellen.

Deutsche Bank bremst Spekulation über schärferes Sparprogramm

Spekulationen über eine Ausweitung des laufenden Sparprogramms wies die Deutsche Bank zurück. Entsprechende Berichte seien nicht korrekt, sagte Finanzchef Stefan Krause am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Die Bank sei auf gutem Weg, das Mitte 2012 ausgegebene Einsparziel von 4,5 Milliarden Euro bis Ende 2015 zu schaffen. Davon erreicht seien inzwischen 2,6 Milliarden Euro, bis Ende des Jahres sollen es 2,9 Milliarden Euro sein. Krause betonte zugleich, dass Kostendisziplin eine Daueraufgabe bleibe.

Das „Handelsblatt“ hatte am Freitag berichtet, dass das größte deutsche Kreditinstitut sein Sparprogramm verschärfen und bis 2018 die Kosten zusätzlich um 2,5 Milliarden Euro senken wolle. Dafür seien hunderte Einzelmaßnahmen geplant.

dpa

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