Florierendes Investment-Banking

Inmitten der Corona-Krise: Deutsche Bank legt starkes Quartal hin - und plant höhere Boni für das Management

Wolken ziehen über der Zentrale der Deutschen Bank im Frankfurter Bankenviertel hinweg.
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Deutsche Bank Zentrale: Das größte deutsche Geldhaus will für 2020 höhere Boni zahlen.

Die Deutsche Bank ist auf Erholungskurs. Im laufenden Jahr könnte das Geldhaus erstmals seit Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. Das weckt Begehrlichkeiten.

  • Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal einen Gewinnsprung hingelegt.
  • Damit könnte es das Geldhaus auf Jahressicht wieder in die Gewinnzone schaffen.
  • Den Investmentbankern winken damit schöne Boni.

München – Die Deutsche Bank hat dank eines florierenden Kapitalmarktgeschäfts im dritten Quartal überraschend gut abgeschnitten. Von Juli bis September verdiente das größte deutsche Geldhaus vor Steuern 482 Millionen Euro nach einem Vorjahresminus von 687 Millionen. „Obwohl das dritte Quartal von der Corona*-Pandemie geprägt war, haben wir erneut ein Ergebnis erzielt, das unsere Planungen übertroffen hat“, sagte Bankchef Christian Sewing bei der Vorlage der Zahlen am Mittwoch.

Vor allem das Geschäft in der Investmentbanking-Sparte legte kräftig zu. Insgesamt stiegen die Erträge  aus dem Handel mit Anleihen, Zinsprodukten, Währungen sowie im Emissionsgeschäft um satte 43 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Im Privatkundengeschäft gaben die Erträge hingegen um neun Prozent auf 2,033 Milliarden Euro nach. Konzernweit stand jedoch insgesamt ein Plus von 13 Prozent auf 5,938 Milliarden Euro.

Netto, also nach Abzug von Positionen wie Personal-Aufwand, Ertragssteuern sowie einer erneut angehobenen Risikovorsorge wegen der Corona*-Pandemie fuhr die Deutsche Bank im dritten Quartal einen Gewinn von 309 Millionen Euro ein. Im Vorjahresquartal hatte das größte deutsche Kreditinstitut noch einen Netto-Verlust von 832 Millionen Euro ausgewiesen.

Deutsche Bank erwartet höhere Boni für Führungskräfte - inmitten der Coronavirus-Krise

Angesichts der Entwicklung plant die Bank nun höhere Boni für ihre Führungskräfte. Die Deutsche Bank liege im laufenden Jahr über den eigenen Planungen, sagte Finanzvorstand James von Moltke in einem Interview mit Bloomberg TV. Daher werde auch die variable Vergütung höher ausfallen sein als ursprünglich geplant. Zugleich verteidigte von Moltke die Boni. Ein Unternehmen wie die Deutsche Bank müsse wettbewerbsfähige Vergütungen zahlen können.

Die Boni-Frage gilt bei der Deutschen Bank als besonders heikel. Erst Anfang des Jahres waren Aktionärsschützer und Investoren auf die Barrikaden gegangen, nachdem das Geldhaus millionen-schwere Boni an seine Führungskräfte ausgeschüttet hatte – obwohl die Bank 2019 ihr drittes Verlustjahr in Folge hingelegt hatte.

Doch 2020 sollen die Finanzkennziffern deutlich besser aussehen, versicherte Sewing. Mit einem Vorsteuergewinn von 846 Millionen Euro in den ersten neun Monaten sei man „weiterhin zuversichtlich, auch für das Gesamtjahr ein positives Vorsteuerergebnis zu erzielen“, sagte der Deutsche-Bank-Chef. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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