20 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr

Deutscher CO²-Ausstoß steigt erneut

Berlin - Die deutschen Kohlendioxidemissionen werden 2013 nach Einschätzung von Experten trotz der Energiewende im zweiten Jahr in Folge steigen.

Der seit 1990 geltende Trend sinkender deutscher Treibhausgasemissionen sei endgültig durchbrochen, sagte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Hans-Joachim Ziesing, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag).

„Nach ersten überschlägigen Schätzungen dürften sich die energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland um etwa 20 Millionen Tonnen oder um reichlich 2 Prozent erhöhen“, betonte Ziesing, der die Bundesregierung bei der Umsetzung der Energiewende berät. Vor allem der kalte Winter habe den Gasverbrauch in die Höhe getrieben. Deutlich gestiegen seien auch die Emissionen durch einen höheren Steinkohle- und Mineralölverbrauch.

Schon 2012 waren die deutschen CO2-Emissionen trotz der Ökostrom-Zunahme um rund zwei Prozent gestiegen. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte betont, es solle sich nur um einen einmaligen Ausreißer handeln. Am Montag beginnt in Warschau die 19. Weltklimakonferenz, die das Gerüst für den bis 2015 geplanten Weltklimavertrag erarbeiten soll.

Umweltschützer kritisieren, dass Kohlekraftwerke zu unflexibel auf die schwankende Wind- und Solarstromproduktion reagieren und auch bei einer hohen Grünstromerzeugung durchlaufen. Durch diesen Effekt wird auch der deutsche Stromexport in diesem Jahr wohl einen neuen Rekord erzielen - an vielen Tagen wird zu viel Strom erzeugt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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