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Deutschland muss Strom ins Ausland verscherbeln – und macht Milliardenverluste

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Von: Lisa Mayerhofer

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Stromtrasse
Deutschland hat im vergangenen Jahr mehr Strom exportiert als importiert. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Deutschland hat im vergangenen Jahr mehr Strom exportiert als importiert. Allerdings musste der Strom weit unter dem Marktpreis verkauft werden – wegen fehlender Infrastruktur.

Berlin – Die durch den Ukraine-Krieg befeuerte Energiekrise sorgt für hohe Strom- und Gaspreise. Verbraucher in Deutschland ächzen unter den zusätzlichen Kosten, die sie nun bezahlen müssen. Dazu hat die Regierung milliardenschwere Entlastungsmaßnahme wie die Strom- und Gaspreisbremse ins Leben gerufen.

Deutschland hat mehr Strom exportiert als importiert

Lange Zeit bestand Sorge, ob die Energieversorgung in Deutschland diesen Winter überhaupt sichergestellt ist. Nun zeichnet sich ab: Es wurde ausreichend vorgesorgt – die Gefahr einer Mangellage erscheint aktuell unwahrscheinlich.

Deutschland hat im vergangenen Jahr sogar mehr Strom exportiert als importiert. Allerdings sieht das nur auf ein ersten Blick wie eine gute Nachricht aus: Deutschland war nämlich eher dazu gezwungen, den Strom zu verkaufen, berichtet die Bild. Der Grund: Es gebe weder genügend Speicher noch Leitungen, um den Strom vom windreichen Norden Deutschlands in den Süden zu transportieren. Also muss er günstig ins Ausland verkauft werden.

Laut Bild ist der Strom, den Deutschland verkaufen muss, etwa 30 Prozent billiger als der Strom, den wir einkaufen: Der Preis für den Export-Strom liegt laut der Zeitung bei etwa 20 Cent, der Import-Strom bei 27 Cent pro Kilowattstunde. Damit entgehen Deutschland Einnahmen in Milliardenhöhe.

Experte: Deutschland verkauft sein Produkt unter Marktpreis

Energiespeicher-Experte André Thess von der Universität Stuttgart zeigt sich gegenüber der Bild empört: „Der Erlös liegt deutlich unter den Großhandelspreisen für elektrische Energie aus dem Jahr 2022. Deutschland verkauft somit ein Produkt unter dem Marktpreis – zur Freude unserer europäischen Nachbarn, die uns bei Dunkelflaute teuren Strom verkaufen können.“

Ökonom Jens Südekum aus dem wissenschaftlichen Beirat des Wirtschaftsministeriums fordert in der Zeitung einen massiven Leitungsausbau beim Strom sowie bessere Marktanreize, um die Energie in den Süden zu bringen.

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