Nordhessen Champions

Abfallentsorgung Kreis Kassel: „Wir holen das ab“ – Champions der Abfallentsorgung

Die Mitarbeiter der Abfallentsorgung Kreis Kassel.
+
Gemeinsam für die Bürger und Unternehmen der Region: Ohne die Mitarbeiter der Abfallentsorgung ist unser Alltag und das Funktionieren der regionalen Wirtschaft nicht vorstellbar.

169 000 Tonnen Abfälle und Wertstoffe verschwinden jedes Jahr aus den 28 Städten und Gemeinden des Landkreises Kassel – jedenfalls aus Perspektive der Bewohner, die sich um ihren Rest-, Sperr-, Papiermüll oder Elektroschrott nicht weiter kümmern müssen.

„Wir holen das ab“ ist das Motto der Abfallentsorgung Kreis Kassel, Eigenbetrieb des Landkreises Kassel, und das meinen die mehr als 150 Angestellten des Unternehmens wörtlich. „Alles, was im Haushalt oder im Betrieb an Abfall anfällt, kann bei uns entsorgt werden“, erklärt Betriebsleiter Uwe Pietsch. „Wir kümmern uns um die umweltgerechte und nachhaltige Entsorgung beziehungsweise Weiterverwertung.“

Für alle Abfallarten: Luftaufnahme des Entsorgungszentrums in Lohfelden.

Denn längst nicht alles, was im Abfalleimer landet, endet irgendwann in der Verbrennung. Zum Beispiel gelangen die Bioabfälle zunächst in die Biogasanlage in Lohfelden, wo durch Gärung Methangas entsteht, das anschließend in der Gemeinde Lohfelden zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt wird. „Wir nutzen die Energie, die in den Bioabfällen enthalten ist und ersetzen dadurch fossile Energieträger wie Kohle oder Erdgas“, erklärt Pietsch. Die Gärreste werden anschließend kompostiert und zu Dünger weiterverarbeitet – ein geschlossener Kreislauf. Der so entstandene Kompost wird aufbereitet und auf den Recyclinghöfen in Hofgeismar, Lohfelden und Fuldatal preisgünstig zum Kauf angeboten. „Dieses Angebot wird von den Menschen im Landkreis sehr gut angenommen. Auch unsere verschiedenen Erden, die natürlich alle ohne Torf hergestellt werden, sind bei Gärtnern sehr beliebt“, versichert Pietsch.

Mit Erde und Kompost vom Recyclinghof können engagierte Umweltschützer in jeder Hinsicht punkten: Statt Torf dient Biomüll aus der Region als Ausgangsmaterial, lange Transportwege fallen weg und anstelle von abgepackter Erde in Einweg-Plastikverpackungen gibt es lose Ware, die vor Ort in mitgebrachte Gefäße oder Mehrweg-Säcke abgefüllt wird.

Service und Umweltschutz

Um die Abfallentsorgung für die Bürger im Landkreis Kassel so unkompliziert wie möglich zu gestalten, sind in den Abfallgebühren viele Dienstleistungen enthalten. Neben Restmüll-, Biomüll- und Papiermüllabfuhr ist das zum Beispiel auch die Annahme und Verwertung von Sperrmüll, Metall-Schrott, Elektrogeräten und Schadstoffen wie Lackfarbe oder Altöl. Abgesehen von Schadstoffen und Restmüll kann auf den Recyclinghöfen fast alles abgegeben werden: vom kaputten Toaster bis zur Couchgarnitur. Schadstoffe können ebenfalls auf den Recyclinghöfen abgegeben werden, allerdings nur zu bestimmten Terminen. Das Schadstoffmobil ist zudem das ganze Jahr über in den Städten und Gemeinden unterwegs, um eine Schadstoff-Entsorgung vor Ort zu ermöglichen. Mehr Infos zu Sammelterminen gibt es online auf abfall-kreis-kassel.de.

Für Umwelt- und Klimaschutz: Im Rahmen der Initiative „Klimaschutzprojekte in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen“ wurden Solaranlagen am Entsorgungszentrum in Hofgeismar (EZK) errichtet.

In Betrieben aber auch bei privaten Haushalten gibt es immer wieder Situationen, zu denen besonders viel Müll anfällt. Für solche Gelegenheiten bietet der Eigenbetrieb des Landkreises Kassel Container in verschiedenen Größen an: „Unser Container-Dienst ist mit 400 Großcontainern mittlerweile einer der größten Anbieter in Nordhessen. Wir stellen die Container ab wo sie benötigt werden und sobald sie voll sind, genügt ein Anruf, um die Abholung zu veranlassen“, erklärt Pietsch. „Für kleinere Mengen, zum Beispiel bei einer Renovierung im Privathaushalt, bieten wir Faltcontainer mit einem Fassungsvermögen von einem Kubikmeter an. Das wird sehr gut angenommen, im vergangenen Jahr hatten wir mehr als 1 400 Abholaufträge für diese Container.“

In der Region im Einsatz: Der Restabfall wird direkt vor der Haustür abgeholt. Dafür sind die fleißigen Mitarbeiter viel unterwegs.

Früh übt sich

Um Umweltschutz und Mülltrennung schon frühzeitig in den Köpfen der Menschen zu verankern, arbeitet das Entsorgungsunternehmen mit Schulen und Kindergärten im ganzen Landkreis zusammen. „Wir stellen zum Beispiel Lehrmittel-Koffer und Spielzeug rund um das Thema Recycling und Umweltschutz zur Verfügung. Außerdem unterstützen wir Gruppen bei Abfall-Sammelaktionen mit Handschuhen, Sammelsäcken, Warnwesten und Greifzangen“, erklärt Pietsch. Auch im eigenen Unternehmen sucht der Betriebsleiter stets nach Möglichkeiten, die Umweltbilanz zu verbessern – zum Beispiel mit einer Photovoltaikanlage auf dem Gelände des Entsorgungszentrums Kirschplantage. „Dort nutzen wir etwa 100 000 Kilowattstunden pro Jahr für den Eigenbedarf, der Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist. Damit betreiben wir unter anderem unsere Elektrofahrzeuge.

Fachgerecht sortiert: Für die verschiedenen Müllarten stehen entsprechende Container bereit.

Wir haben sogar schon Elektro-LKW für die Müllsammlung getestet, aber noch kein Fahrzeug angeschafft“, berichtet Pietsch. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen aktuell an einem Projekt mit der Firma Sera aus Immenhausen, mit dem langfristigen Ziel, den Einsatz von Brennstoffzellen in den Fahrzeugen des Abfallentsorgers zu testen.

Um all diese Dienstleistungen abbilden zu können, beschäftigt die Abfallentsorgung Kreis Kassel Mitarbeiter der verschiedensten Disziplinen. Allseits bekannt sind die Müllwerker, die regelmäßig durch die Straßen fahren und volle Mülltonnen entleeren. Hinter den Kulissen arbeiten aber auch Logistiker, Chemiker, Umweltingenieure, Bürokaufleute, Kraftfahrer, Reinigungskräfte, Umweltpädagogen, Techniker, Maschinenführer, Mechaniker, Maschinenschlosser und Kaufleute für das Entsorgungsunternehmen. „Die Anforderungen sind vielfältig, das macht unsere Arbeit so interessant“, findet Uwe Pietsch und ergänzt: „Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen bei uns an erster Stelle. Deshalb versuchen wir in allen Dingen – vom Müllsack bis zur Brennstoffzelle – so nachhaltig wie möglich zu wirtschaften.“ (ESY)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.