Die Qual der Studienwahl

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Wer die richtige Studienwahl trifft, braucht sich keine Sorgen um seine berufliche Karriere machen.

Ein Studium ist immer ein Abenteuer: Von heute auf morgen beginnt ein neues Leben. Aber wer sich auf die Veränderung einlässt, wird belohnt. Denn ein Studium eröffnet Karrieremöglichkeiten und ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit – vorausgesetzt man trifft die richtige Studienwahl.

Die Arbeitswelt in Deutschland verändert sich von einer Industriegesellschaft hin zur Wissensgesellschaft. Mit der Nachfrage nach anspruchsvollen Tätigkeiten in Forschung, Entwicklung, Beratung und Lehre steigt auch der Bedarf an Arbeitnehmern mit Studienabschluss.

In Deutschland haben noch nie so viele junge Leute mit einem Studium begonnen wie im vergangenen Jahr. Gründe dafür waren die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie der Wegfall des Wehr- und Zivildienstes. Die Zahl der Studienanfänger stieg überdurchschnittlich stark auf rund 517.000, so das Statistische Bundesamt. Damit erreichte auch die Zahl aller Studierenden im Wintersemester 2011/12 einen neuen Rekord von rund 2,38 Millionen. Zum Vergleich: Die bisherige Rekordzahl lag bei 2,21 Millionen Studenten.

Stabiler Arbeitsmarkt für Akademiker

Ein Studienabschluss lohnt sich. Beschäftigte mit Uni-Abschluss verdienen im Schnitt 51 Prozent mehr als Kollegen mit einer Ausbildung. Bachelor-Absolventen erhalten durchschnittlich ein Startgehalt von 36.000 Euro brutto im Jahr. Ein Master-Abschluss bringt etwa 42.000 Euro ein. Und mit einer Promotion steigt das anfängliche Durchschnittsgehalt auf 50.000 Euro.

Ein akademischer Titel scheint dazu noch langfristig vor Arbeitslosigkeit zu schützen: Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,5 Prozent bei Hochschulabsolventen deutlich niedriger als beim Rest der Beschäftigten (7,2 Prozent). Keine Berufsgruppe geht so spät in Rente wie Akademiker.

Studienwahl nach Erfolgschancen

Mit der richtigen Studienwahl werden die Weichen für eine spätere Karriere gelegt. 59 Prozent der Studienanfänger machen ihre Studienwahl in hohem Maße von der Arbeitsmarktlage abhängig. Zwischen den Fächern bestehen hinsichtlich der Berufsperspektiven nämlich große Unterschiede. So haben viele junge Ingenieure bereits vor dem Abschluss einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Auch Mathematiker und Physiker stehen ganz oben auf der Liste von Personalchefs. Und Ärzte sind im deutschen Gesundheitssystem sogar vollbeschäftigt.

Kritisch ist der Arbeitsmarkt für Juristen, Architekten und Sozial- und Geisteswissenschaftler. Sie absolvieren ein anspruchsvolles Studium, finden dann aber nur wenig attraktive Stellen, weil der Markt überfüllt ist. Viele müssen deshalb Abstriche bei der Job-Sicherheit, beim Gehalt oder bei der Position hinnehmen. Trotzdem: Langfristig finden die meisten Studienabsolventen einen guten Job. 90 Prozent der Akademiker sind zufrieden mit ihrem Werdegang und bereuen ihren Uni-Abschluss nicht, so das Ergebnis einer Absolventen-Umfrage des Hochschul-Informations-Systems. Zwei Drittel würden auch die gleiche Studienwahl noch einmal treffen.

Studienwahl aus Leidenschaft

Letztendlich sollten die Gehaltsaussichten nicht das alleinige Kriterium bei der Studienwahl sein. Mindestens genauso wichtig ist es, die eigenen Stärken zu berücksichtigen und sich für ein Studium zu entscheiden, das einem Spaß macht. Die meisten Studenten suchen zuerst im Internet nach Informationen zur Studienwahl. Arbeitsagenturen und Berufsinformationszentren beraten Hochschüler individuell und kostenlos. Dennoch sind Eltern und Freunde nach wie vor die wichtigsten Ratgeber.

Unis bieten zum Teil Selbsteinschätzungstests an. In Baden Württemberg ist die Teilnahme an sogenannten Self- Assessment-Tests seit dem Wintersemester 2011/2012 sogar verpflichtend. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten: Ein allgemeiner Orientierungstest empfiehlt sich für Bewerber, die noch am Anfang ihrer Überlegungen zur Studienwahl stehen. Das Testergebnis gibt dem Interessenten Aufschluss darüber, welche Studienfächer ihm liegen könnten. In einer Eignungsprüfung können die Studienbewerber dann testen, ob das Wunsch-Studienfach wirklich zu ihnen passt und ob sie mit dem Stoff zurechtkommen. Zum Beispiel müssen sie einen fachtypischen Text bearbeiten oder studienbezogene Aufgaben lösen. Das Ergebnis entscheidet zusammen mit der Abiturnote darüber, ob man den Studienplatz bekommt.

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