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Pauly Group: Ökologisch und nachhaltig: Klärschlamm chemiefrei aufbereiten

Schilfpflanzen der Pauly Group sorgen für die Entwässerung des Klärschlamms.
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Grüne Kläranlage: Die Schilfpflanzen der Pauly Group sorgen für die Entwässerung des Klärschlamms, der wie im Bild in großen Becken gesammelt wird. Das Foto entstand bei Lumda, einem Stadtteil von Grünberg im mittelhessischen Landkreis Gießen.

In Deutschland gibt es ungefähr 10.000 Kläranlagen. Die sorgen nicht nur dafür, dass Abwässer wieder dem Wasserkreislauf hinzugefügt werden können, sondern produzieren auch eine Menge Reststoffe – den sogenannten Klärschlamm.

Das Unternehmen Pauly Group aus Neu-Eichenberg im Werra-Meißner-Kreis hat dafür eine ökologische und nachhaltige Lösung gefunden: Unter dem Namen „Eko-Plant Klärschlammvererdung“ vertreibt die Firma von Gründer Udo Pauly ökotechnische Systeme, die den Klärschlamm mithilfe von Schilf-Pflanzen verwertbar machen und ohne umweltbelastende Chemikalien auskommen.

Firmengründer Udo Pauly in einem Schilfbeet.

Das Problem mit dem Klärschlamm: Er ist eine ziemlich unangenehme Suppe, die nicht nur aus privaten Haushalten kommt, sondern beispielsweise auch von Industrieunternehmen. Deswegen müssen die Feststoffe, die in der schwarzen Flüssigkeit sind, vom Wasser getrennt werden. Je nach Schadstoffbelastung kann der entwässerte Klärschlamm als Dünger verwendet werden oder muss verbrannt werden. Normalerweise wird die Entwässerung mit großem technischen Aufwand mithilfe von Pressen, Zentrifugen und Chemikalien erreicht. Die Pauly Group baut stattdessen jährlich 400.000 Schilfpflanzen an, die den Job erledigen. Damit können, je nach Größe, drei bis fünf Klärwerke pro Jahr mit Vererdungsanlagen ausgestattet werden. Die Schilfbeete fungieren als Filter. Das Wasser wird wieder dem Kreislauf zugeführt, die Feststoffe aus dem Schlamm werden als Trockenmasse im Beet gesammelt.

Stefan Ahrens, Co-Geschäftsführer der Pauly Group.

Rund 100 solcher Anlagen hat die Pauly Group bereits errichtet, daran sind 1,5 Millionen Menschen angeschlossen. „Theoretisch ist die Größe unserer Anlagen nicht limitiert“, sagt Co-Geschäftsführer Stefan Ahrens. „Ab einem gewissen Volumen von Abwässern, das bei etwa 100.000 angeschlossenen Menschen liegt, brauchen unsere Schilfbeete aber sehr viel Fläche, die in dicht besiedelten Gebieten meistens nicht zur Verfügung steht“, erklärt der Bauingenieur. Seit Anfang der 90er-Jahre ist die Pauly Group auf Pflanzenkläranlagen und Klärschlammvererdungsanlagen spezialisiert. „Wir planen und bauen die Anlagen und helfen mindestens fünf Jahre beim Betrieb. Ist der Klärmeister erst mal angelernt, hat er mit unserem System einen entspannten Job“, sagt Firmenchef Udo Pauly. Nicht selten würden Verträge mit Kunden auf Jahrzehnte angelegt, um eine langfristige Beratung zu gewährleisten. Die Investitionskosten seien zwar höher als bei einer konventionellen Anlage, dafür spare man beim Betrieb, da die maschinelle Entwässerung neben Chemie auch ein Vielfaches an Energiekosten verursacht. „Die Einsparung von CO2 ist ein netter und wichtiger Nebeneffekt“, sagt Pauly. Da sich der angepflanzte Schilf selbst vermehrt, müssen die Beete nach frühestens acht Jahren geräumt und wieder neu in Betrieb genommen werden. (GREGORY DAUBER)

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