Nordhessen Champions

Der Mensch steht immer im Mittelpunkt

Ein Mann, der an einem Computer arbeitet und sich in der Tagesförderstätte befindet.
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In der Tagesförderstätte und dem Förderbereich werden Menschen mit Behinderung betreut und vielfältig gefördert.

Draußen auf der Leipziger Straße pulsiert das Leben, doch im Hof am Holzmarkt 1 betritt man eine ruhige Oase mit blühenden Rosen und viel Grün. Einige Seniorinnen aus der Tagespflege sitzen auf der kleinen Terrasse und unterhalten sich angeregt. Eindrücke, die gut zur Sozialgruppe Kassel passen. 

Die Gruppe ist im sozialen Leben Kassels seit nunmehr fast 90 Jahren ein wichtiger Akteur und fest in der städtischen Gemeinschaft verankert. Zudem bietet der Dienstleister Oasen für Kontakte und etliche Möglichkeiten, sich entsprechend seinen Bedürfnissen zu betätigen.

Bewusst spricht Mike Alband-Nau im Hinblick auf die Angebote der Sozialgruppe von Kunden, nicht von Behinderten oder gar schwachen Menschen. Als neuer Vorstandsvorsitzender zeichnet er zusammen mit seinem Stellvertreter Dirk Becker seit Mai für die Sozialgruppe verantwortlich. Ziel ist ein Miteinander der Menschen in der Stadt, kein Nebeneinander. Alte Menschen und Menschen mit Handicap sind ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. „Wir übernehmen vielfältige Aufgaben für diese Menschen in Kassel“, fasst er zusammen. Dazu gehören der Erziehungsauftrag und die inklusive pädagogische Betreuung von Kindern mit und ohne Handicap im Georg-Wündisch-Haus, Teilhabe und Arbeit in der Kasseler Werkstatt, ganzheitliche und aktivierende Pflege im Seniorenzentrum Unterneustadt und gemeinschaftliches Erleben in der Tagespflege am Holzmarkt.

Dirk Becker (Vorstand Sozialgruppe Kassel, links) und Mike Alband-Nau (Vorsitzender des Vorstandes Sozialgruppe Kassel).

In diesen Einrichtungen finden rund 800 Menschen ein Stück zuhause, daneben profitieren Angehörige und Eltern von dem Wissen, dass ihre Kinder und Verwandten gut aufgehoben sind. Dabei stehen die Qualität der Arbeit sowie die Bedürfnisse und Wünsche der Betreuten ganz oben, der Blick richtet sich auf ihre Fähigkeiten. So kann der soziale Dienstleister bei der Eingliederungshilfe auf die meisten Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt verweisen. „Wenn jemand aus der Werkstatt gerne als Bäcker arbeiten möchte, versuchen wir, das zu ermöglichen“, nennt Dirk Becker ein Beispiel. Dafür werden keine „Auftraggeber“ gesucht, sondern Kooperationspartner, mit denen man partnerschaftlich zusammenarbeitet.

Wie wichtig die Angebote der Sozialgruppe für die Menschen sind, hat nicht zuletzt die Corona-Zeit deutlich gemacht. Soziale Kontakte fehlten, ältere Menschen saßen alleine zu Hause, Menschen mit Handicap durften nicht mehr in die Werkstätten, die Einsamkeit nahm zu. Das führte zu Rückschritten bei denen, die sonst gemeinsame Aktivitäten und soziale Kontakte erlebten.

Markus Bösel arbeitet in der Metallverarbeitung der Kasseler Werkstatt.

Die Sozialgruppe Kassel ist auch Lobby und Schnittstelle für die vermeintlich Schwächeren in der Gesellschaft. Sei es im Hinblick auf Programme, um die durch die Corona-Maßnahmen entstandenen Rückschritte aufzuarbeiten. Oder auf die Finanzierung von bedarfsgerechten Angeboten, die älteren oder beeinträchtigen Menschen eine echte Teilhabe am sozialen Leben und ihr Recht auf Inklusion ermöglichen. „Dabei legen wir unseren Finger auch mal dorthin, wo es vielleicht weh tut“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Weil vor allem die 230 Mitarbeitenden für die gute soziale Arbeit stehen, sollen sie leistungsgerecht bezahlt werden. „Wir zahlen Tariflohn und wollen ein guter Arbeitgeber sein“, erläutert Mike Alband-Nau. Nach innen und außen gilt die Devise, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und ernst genommen wird. Das soll auch mit dem neuen Vorstand so bleiben. Er will die die gesellschaftlichen Aufgaben weiter voranbringen. So ist ein Leuchtturmprojekt in der Kasseler Werkstatt geplant, mit dem Inklusion architektonisch umgesetzt wird. Schließlich sollen Krippenplätze geschaffen werden. Und, sagen die beiden Vorstandsmitglieder, „wir wollen aus den fast 90 Jahren Sozialgruppe Kassel 100 Jahre machen.“ Um damit weiterhin Menschen Teilhabe und Miteinander zu ermöglichen und das soziale Leben in Kassel mitzugestalten. (PEN)

Weitere Informationen gibt es unter www.sozialgruppe-kassel.de und auf Instagram und Facebook.

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