Nordhessen Champions

WEKAL Maschinenbau GmbH: Automatisierung aus einem Guss

Produktionsleiter Jens Schäfer und Geschäftsführer Klaus Degenhardt.
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Präzision am laufenden Band: Produktionsleiter Jens Schäfer (links) und Geschäftsführer Klaus Degenhardt stehen in einer der Produktionshallen der WEKAL Maschinenbau GmbH vor einigen Roboterzellen.

Es blitzt dreimal rot auf, dann senkt sich der Roboterarm langsam aber zielstrebig auf die Palette herab, greift behutsam das Bauteil, fährt wieder hoch, vollführt in Millisekunden eine 180-Grad-Drehung um die eigene Achse und setzt das Bauteil auf einem Förderband ab.

Die Beschleunigung während der Drehung ist beeindruckend – und ein wenig bedrohlich. „Deshalb hat jeder Roboter seine eigene Zelle – nicht, damit er da nicht raus kann, sondern damit wir Menschen ihm nicht zu nahe kommen“, erklärt Klaus Degenhardt, Geschäftsführer der WEKAL Maschinenbau GmbH. In einer der Produktionshallen des Unternehmens im hessischen Fritzlar stehen sechs dieser Roboterzellen bereit zum Abtransport, an weiteren wird noch gearbeitet. Sie sind aktuell der Verkaufsschlager des Unternehmens.

Mal behutsam, mal superschnell: Die WEKAL Anlagen werden vor Auslieferung intensiv getestet.

Fast jedes Bauteil dieser Zellen ist im Werk in Fritzlar, oder am zweiten Standort in Lichtenstein, eigens für die Anlagen konstruiert und gefertigt worden. Klaus Degenhardt und seine Mitarbeiter sind stolz auf die hohe Fertigungstiefe ihrer Produkte: „Den Großteil der Konstruktion und Fertigung können wir im eigenen Werk abbilden. Natürlich gibt es bestimmte Komponenten, die wir hinzukaufen – zum Beispiel Steuerungskomponenten von Siemens, oder die Basis-Roboter von KUKA“, erklärt der Geschäftsführer. Die Programmierung und Spezialisierung des Roboters erledigen wiederum die eigenen Mitarbeiter in Fritzlar. Ausgestattet mit Arbeitsgeräten wie zum Beispiel Greifern und Kameras erwachen die orangefarbenen Kolosse surrend zum Leben und müssen dann zunächst ihre neue Aufgabe erlernen. „In einer Fertigungsstraße beim Kunden hat natürlich jede Maschine eine andere Aufgabe, deshalb erhält jeder Roboter sein eigenes Werkzeug und Programm“, erklärt Produktionsleiter Jens Schäfer. Zwei Kollegen aus der Softwareabteilung testen gerade eine der Maschinen: bei 100 Prozent Leistung muss der Roboter den vorgegebenen Arbeitsschritt in 40 Sekunden erledigen – oder weniger. Aktuell sind sie bei 40,16 Sekunden. Degenhardt nickt zufrieden: „Das kitzeln die noch raus.“

Die Steuerung im Blick behalten: Dennis-Dino Kraft arbeitet an einem der Schaltschränke, mit denen die Roboter gesteuert werden.

Immer wieder Herausforderungen

Die Arbeit bei WEKAL verlangt den Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität und Einfallsreichtum ab. Ein ausgezeichnetes dreidimensionales Vorstellungsvermögen ist selbstverständlich – aber auch die vierte Dimension spielt eine wichtige Rolle, erklärt Klaus Degenhardt: „Der Zeitfaktor spielt eine enorm wichtige Rolle – bei der Projektplanung ebenso wie bei der Bearbeitung eines einzelnen Werkstücks. die Kollegen müssen genau überlegen, in welcher Reihenfolge sie welche Arbeitsschritte erledigen, damit das Werkstück am Ende genauso aussieht, wie es aussehen soll. Da wir nur selten und wenn überhaupt nur kleine Serien identischer Stücke produzieren, ist jedes Bauteil eine neue Herausforderung.“ Dementsprechend hoch ist das Engagement des Unternehmens im Bereich Ausbildung. Acht Auszubildende werden jedes Jahr eingestellt – auch 2020. Denn WEKAL braucht Fachleute, die über den eigenen Tellerrand hinausschauen und interdisziplinär arbeiten können.

Seit der Unternehmensgründung im Jahr 1977 hat sich WEKAL zu einem der führenden Maschinenbauer mit dem Schwerpunkt Automatisierungstechnik entwickelt. Die Kunden kommen aus ganz Europa, Asien, Russland, Nord-, Mittel- und Südamerika – und natürlich auch aus der nordhessischen Heimat. „Diese Roboterzellen sind für das VW-Werk in Baunatal bestimmt“, verrät Schäfer.

Der aktuellen Krise zum Trotz schauen Degenhardt und sein Team positiv in die Zukunft, denn die automatisierte Produktion wird in den kommenden Jahrzehnten weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Degenhardt: „Es wird immer Bereiche geben, in denen unsere Maschinen gebraucht werden. Einen Wachstumsmarkt sehen wir aktuell in der zukunftsträchtigen Mobilität – da haben wir noch einiges vor uns.“ (ESY)

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