Ab Dienstag ein oder zwei neue iPhones?

New York - Das Warten für Apple-Fans ist vorbei: Am Dienstag wird ein neues iPhone vorgestellt. Oder vielleicht auch zwei, wenn man der Gerüchteküche glauben will.

Diesmal geht es für Apple um mehr als ein neues iPhone. Der neue Apple-Chef Tim Cook muss am Dienstag beweisen, dass er genauso wie der bisherige oberste Visionär und Verkaufsgenie Steve Jobs Millionen Menschen für die Magie hinter den Schaltkreisen begeistern kann. Auch das neue iPhone-Modell sollte besser etwas Besonderes sein - schließlich ist die Konkurrenz für Apples Kult-Handy so stark wie nie zuvor. Das Google-Betriebssystem Android hat sich fest als Nummer eins im Smartphone-Markt etabliert, viele Telefone bieten inzwischen ein ähnliches Erlebnis.

Apples Antwort auf die Konkurrenz lautet mehr Komfort. Zum Beispiel durch iCloud, einen innovativen Online-Speicherdienst, mit dem die Daten frei zwischen verschiedenen Geräten fließen sollen. Macht man ein Foto mit einem iPhone, kann es damit direkt auch auf dem Mac-Computer des Nutzers und dem iPad auftauchen. Der Schritt ergibt Sinn: Das Erfolgsgeheimnis des iPhone sind schließlich nicht nur die technischen Daten und die Bedienung, sondern vor allem die Dienste, die man mit ihm nutzen kann. Der Start von iCloud muss nur reibungslos ablaufen - im Gegensatz zu den Pannen bei der Einführung des einfacheren Vorgängers MobileMe vor einigen Jahren.

Über das neue iPhone weiß man bisher nicht viel. Nach vielen Medienberichten ist relativ unstrittig, dass es etwas dünner wird, eine verbesserte Kamera bekommt und einen schnelleren Chip - aber kann man das nicht letztlich über jedes neue Telefon-Modell sagen? Obwohl in diesem Sommer schon wieder ein Apple-Mitarbeiter einen geheimen iPhone-Prototypen in einer Bar verloren haben soll, gelang es dem Konzern diesmal, Kunden und Medien bis zum Schluss rätseln zu lassen.

Apple-Faszination "iPad"

Apple will mit einem neuartigen Tablet- Computer an den Erfolg des iPhone und der zahlreichen Anwendungen für das Apple-Handy anknüpfen. © AP
“Wir nennen es iPad“, sagte Konzernchef Steve Jobs am Mittwoch bei der Vorstellung des mit Spannung erwarteten Geräts in San Francisco. © AP
Das iPad wird in den USA ab 499 Dollar angeboten. Die teuerste Variante mit UMTS-Modem und 64 Gigabyte Hauptspeicher soll 829 Dollar kosten. © AP
 Die ersten Geräte mit drahtlosem Internet (WiFi) sollen in zwei Monaten verfügbar sein, die UMTS-Variante soll in 90 Tagen auf den Markt kommen. © AP
Für das iPad erweitert Apple seinen Onlineladen iTunes um eine Buchabteilung “iBooks“, in der Titel der Großverlage Penguin, HarperCollins, Simon & Schuster, Macmillan sowie Hachette angeboten werden. Apple tritt damit gegen E-Book-Anbieter wie Amazon (“Kindle“) oder Sony an. © AP
Wie das iPhone kann das iPad aus dem iTunes Store von Apple außerdem mit Videos, Musik und kleinen Programmen (“Apps“) bestückt werden. © AP
Für das iPhone sind nach den Worten von Jobs inzwischen über 140 000 Anwendungen verfügbar. Die iPhone-Apps sollen alle auch auf dem iPad laufen. © AP
Das iPad wird wie das iPhone mit Fingergesten auf einem berührungssensitiven Bildschirm gesteuert. Im Gegensatz zu ultraleichten Laptops verfügt der Tafel-Computer nicht über eine Hardware-Tastatur. © AP
Texte werden wie beim Apple-Handy iPhone über virtuelle Tasten auf dem Display eingegeben. © AP
Passend zum iPad wird Apple eine Variante des Office-Pakets “iWork“ auf den Markt bringen, das aus einer Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie einem Präsentationsprogramm besteht. © AP
Die drei iWorks-Anwendungen werden für jeweils zehn Dollar im iTunes-Store verkauft. Alle iPad-Modelle werden mit einer drahtlosen Internet-Verbindung (WiFi) angeboten, einige Modelle auch mit einem Mobilfunkmodem (UMTS). © AP
Wie beim iPhone werden die UMTS-Modelle des iPad zusammen mit dem Provider AT&T vertrieben. © dpa
Im Gegensatz zum iPhone sperren Apple und AT&T aber andere Provider nicht aus, sondern bieten das Gerät ohne “Netlock“ an. © dpa
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
Ipad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
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Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap

Die Gerüchteküche läuft unterdessen heiß. So war in den vergangenen Monaten zu lesen von einem brandneuen Design mit größerem Bildschirm und einer neuen Gehäuse-Form. In anderen Berichten hieß es hingegen, das Aussehen bleibe weitgehend gleich. Möglicherweise wird es erstmals auch zwei Telefone geben, ein hochgerüstetes iPhone 5 und ein einfacheres iPhone 4S. Apple hatte sich bisher strikt geweigert, mit einem “Billig-iPhone“ um Marktanteile zu kämpfen. Mit diesem Kurs wurde Apple bei Smartphones nicht nur zum größten Hersteller, sondern auch zum profitabelsten: Nach Berechnungen einiger Experten landet mehr als die Hälfte der Branchengewinne bei dem iPhone-Konzern.

Der Text auf der Apple-Einladung “Let's talk iPhone“ - “lasst uns über das iPhone reden“ - fachte zudem Spekulationen an, Apple könnte eine verbesserte Spracherkennung starten. Dass der Online-Kurznachrichtendienst Twitter tief in das neue Betriebssystem iOS5 eingebunden wird, ist bereits bekannt. Hartnäckig halten sich aber auch Gerüchte, Apple und Facebook hätten ihre Differenzen beigelegt und das weltgrößte Online-Netzwerk könnte seine iPad-App starten und in iOS5 einen Direktzugang bekommen.

Apple ist mit seinem Online-Shop iTunes Store auch der weltgrößte Musikverkäufer, bekommt inzwischen aber immer mehr Konkurrenz durch neue Online-Dienste, die Songs ohne herunterladen direkt aus dem Netz abspielen. Erst vor kurzem schloss einer dieser neuen Rivalen, Spotify, eine Partnerschaft mit Facebook, die ihm den Zugang hunderten Millionen Nutzern öffnen könnte. Apple startet jetzt den Musikdienst iTunes Match, mit dem man seine Songs auch Online abrufen kann.

Im Gegensatz zu Konkurrenzangeboten etwa von Google und Amazon soll man die Musik bei iTunes Match nicht erst stunden- oder tagelang hochladen müssen. Stattdessen erkennt die Software, ob es die Songs auch im iTunes-Angebot gibt und greift einfach auf die Apple-Kopien zurück. Allerdings brauchte Apple dafür neue Lizenzen von der Musikindustrie. Für die USA sind sie bereits in trockenen Tüchern, nach Informationen des Onlinedienstes “CNET“ verhandelt Apple unter Hochdruck auch für Europa und könnte das Angebot vielleicht schon am Dienstag für Deutschland ankündigen.

Das iPhone und die vielen Android-Telefone teilen gerade den Smartphone-Markt unter sich auf, Konkurrenten wie Nokia oder dem Blackberry-Anbieter Research In Motion schnüren sie zunehmend die Luft ab. Nokia will demnächst aber einen Comeback-Versuch mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone starten - ein Grund mehr für Apple, sich beim iPhone noch mehr Mühe zu geben. Denn ist der Kunde erst einmal bei einer Smarpthone-Plattform gelandet, ist er viel schwerer zum Wechseln zu überzeugen als bei herkömmlichen Handys. Zum Beispiel weil man das Geld, das in Apps investiert wurde, nicht einfach verfallen lassen will.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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