Diesel fast so teuer wie Benzin: Nachfrage drückt den Preisunterschied

Kassel/Göttingen. Die Benzin- und Dieselpreise sind so hoch wie seit 2008 nicht mehr. Auffällig dabei ist, dass sich der Preisabstand zwischen den beiden Treibstoffarten mit etwa zehn Cent je Liter erheblich verringert hat.

Zeitweise sank die Differenz in der Region in den vergangenen Wochen sogar auf nur sieben Cent. Im Sommer 2009 betrug der Unterschied noch 17 bis 20 Cent. Grund für den verhältnismäßig stärkeren Preisanstieg bei Diesel ist zum einen der strenge und lang anhaltende Winter: Denn Diesel und leichtes Heizöl sind im wesentlich identisch.

Wenn also viel geheizt wird, steigt die Nachfrage nach Heizöl und Diesel, für deren Produktion nur begrenzte Raffinerie-Kapazitäten zur Verfügung stehen. Zum anderen sorgt die gute Konjunktur für einen weiteren Nachfrageschub. Wächst die Wirtschaft, werden vor allem Diesel und Heizöl gebraucht: für Lkw- und Schiffsantriebe, Industriemotoren und Kraftwerke.

Dennoch hält der ADAC die aktuellen Dieselpreise unter Hinweis auf den unterschiedlichen Steueranteil für ungerechtfertigt. Aktuell summieren sich Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer beim Sprit auf 89 Cent, beim Diesel sind es „nur“ 77 Cent. Insofern müsste Diesel 22 Cent weniger kosten.

Preistreibend bei beiden Treibstoffarten wirken sich die hohen Rohölkurse aus. Ein Barrel (159 Liter) Opec-Öl kostete gestern knapp 100, die Nordsee-Sorte Brent sogar 102,57 Dollar (75,35 Euro). (jop)

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