Elektromobilität und Digitalisierung im Fokus

Volkswagen bringt das Tablet ins Auto - Winterkorn verdient 16 Mio.

Berlin/Baunatal. Der Volkswagen-Konzern hat im Geschäftsjahr 2014 trotz teilweise schwächelnder Wachstumsmärkte, schwankender Wechselkurse und unsicherer Weltwirtschaft seinen Weg des qualitativen Wachstums unbeirrt fortgesetzt.

„Wir wollen 2015 in jeder Hinsicht besser werden und den nächsten Schritt auf den Weg an die Spitze machen“, sagte Martin Winterkorn, VW-Vorstandsvorsitzender.

Bausteine für diese Wachstumsziele dürften die Zukunftsfelder Elektromobilität und Digitalisierung sein: Mit reinen E-Autos wie dem e-up und dem e-Golf, Plug-in-Hybriden wie dem A3e-tron, dem Golf und dem Passat GTE, um nur einige der Modelle zu nennen, bietet Volkswagen nach eigenen Angaben bereits heute die „breiteste Elektro-Flotte der Automobilwelt“.

Das VW-Werk Kassel in Baunatal hat daran einen wesentlichen Anteil. Täglich werden in Halle 6 am Standort 80 reine e-Antriebe und 200 Plug-in-Hybride produziert. Tendenz steigend, heißt es aus dem Werk.

Im Bereich Digitalisierung strebt der Konzern an, bis 2020 jedes seiner neuen Fahrzeuge mit Internetzugang auszustatten. Kurzum: Das Tablet erobert das Auto. Wie dies aussehen könnte, zeigte der Konzern mit dem Golf R touch in Berlin. Optisch ein Golf der R-Serie, doch dort wo sich bei den bekannten Golfs Radio und Navigationsgerät befinden, ist nun ein überdimensionaler Touchscreen, der sich mit Sprache, Geste und Berührung steuern lässt.

Noch ist dieser Golf R touch ein Prototyp, aber Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer kann sich vorstellen, dass dieses Technologiepaket bereits in den kommenden zwei Jahren in abgespeckter Form auf den Markt kommen könnte. Ob dies dann im neuen Golf sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation – aber es könnte der erste Golf der Generation Internet werden. (mwe)

Sparkurs soll Volkswagen-Pkw schon 2015 deutlich rentabler machen

Im Volkswagen-Konzern soll der fünf Milliarden Euro schwere Sparkurs die gewinnschwache Pkw-Kernmarke zügig zurück in die Spur bringen. "Wir rechnen damit, dass deutlich über eine Milliarde Euro davon bereits im laufenden Jahr ergebniswirksam wird", sagte Konzernchef Martin Winterkorn am Donnerstag zur Vorlage der Jahresbilanz in Berlin. Die Gewinnkraft der Kernmarke mit ihren Modellen wie Golf und Passat war 2014 auf 2,5 Prozent Umsatzrendite abgerutscht - es blieben also von 100 Euro Umsatz vor Zinsen und Steuern (Ebit) nur 2,50 Euro operativer Gewinn.

Bis 2018 soll das im vergangenen Sommer gestartete Sparprogramm die Ertragskraft mehr als verdoppeln. Im vergangenen Jahr hatten unter anderem die Wirtschaftsflauten in Russland und Brasilien den Gewinn bei Volkswagen-Pkw um 15 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro absacken lassen. Damit fuhren Golf, Passat, Polo, Tiguan und Co. bei der Umsatzrendite rund 0,4 Prozentpunkte weniger ein als im Vorjahr. 2018 soll die Hausmarke, die etwa jeden zweiten Euro Umsatz im Konzern einfährt, sechs Prozent Marge haben.

Gewinntreiber waren 2014 erneut die Premiumtöchter Audi und Porsche, die zusammen auf 7,9 Milliarden Euro operativen Gewinn kamen und damit fast zwei Drittel des konzernweiten Ebits ausmachten. Außerdem steigerte das China-Geschäft sein Ergebnis um ein Fünftel auf 5,2 Milliarden Euro. (dpa)

Volkswagen-Chef Winterkorn verdient 2014 fast 16 Millionen Euro

Das Erfolgsjahr 2014 mit Rekorden bei Absatz, Umsatz und operativem Gewinn lässt bei Volkswagen-Chef Martin Winterkorn die Kasse klingeln. Der Vorstandsvorsitzende des Zwölf-Marken-Konzerns mit seinen fast 600 000 Mitarbeitern bekommt für das Geschäftsjahr rund 15,9 Millionen Euro Salär, wie aus dem am Donnerstag vorgelegten Geschäftsbericht hervorgeht. Für 2013 hatte der bestbezahlte Dax-Chef 15 Millionen Euro erhalten.

Die Vorstandsvergütung besteht neben einem Fixgehalt aus kurz- und langfristigen Erfolgsbeteiligungen. 2011 hatte Winterkorn sogar rund 17,5 Millionen Euro bekommen - dann aber reformierte der Aufsichtsrat die erfolgsabhängigen Bonuszahlungen. Winterkorn erhält für seinen Vorstandsjob bei der Porsche-Holding außerdem noch weitere Bezüge. Zuletzt lagen sie für 2013 bei knapp 800 000 Euro. Zudem hat Volkswagen für Winterkorns Pensionsansprüche inzwischen eine Rückstellung von knapp 29 Millionen Euro gebildet. (dpa)

VW-Konzern steigert Gewinn aus China-Geschäft auf 5,2 Milliarden Euro

Europas größter Autobauer Volkswagen hat auf seinem wichtigsten Markt China auch 2014 Rekordgewinne erzielt. Das Reich der Mitte, wo sich die VW-Gruppe das Geschäft mit örtlichen Partnern teilt, brachte den Wolfsburgern anteilig 5,2 Milliarden Euro operativen Gewinn, wie sie am Donnerstag in Berlin mitteilten. Das sind rund 21 Prozent mehr als 2013 (4,3 Mrd. Euro). Der Konzern hatte zuletzt mehr als jedes dritte Fahrzeug (36 Prozent) in China verkauft. Das Riesenreich ist vor den USA der weltgrößte Automarkt. Da VW die 5,2 Milliarden Euro in den Bilanzen extra ausweist, warf das laufende Geschäft insgesamt 17,9 Milliarden Euro ab. (dpa)

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