Corona-Pandemie

DIW-Präsident: Auch 2022 wird wirtschaftlich schwierig

DIW-Präsident Marcel Fratzscher
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Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), warnt vor zu viel Optimismus in Blick auf 2022.

„Wir sollten nicht zu optimistisch sein, was 2022 betrifft“, sagt der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Gleichzeitig fordert er ein milliardenschweres Investitionsprogramm.

Berlin - Die anhaltende Corona-Pandemie erschwert aus Sicht des Ökonomen Marcel Fratzscher auch die wirtschaftliche Erholung.

„Wir sollten nicht zu optimistisch sein, was 2022 betrifft“, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung am Mittwoch in Berlin. Man müsse sich auf eine sehr schwierige Zeit einstellen.

Unter anderem wegen der weltweit sehr unterschiedlichen Impfquoten sei die Pandemie bei weitem noch nicht ausgestanden, sagte Fratzscher. Zugleich hob er für Deutschland hervor: „Wir haben diese Pandemie bisher wirtschaftlich relativ gut überstanden.“

Fratzscher: Riesiger Aufholbedarf

Fratzscher warb beim Baugewerbetag des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe für seinen Vorschlag eines milliardenschweren Investitionsprogramms. „Wir haben einen riesigen Aufholbedarf. Der Staat hat in den letzten 20 Jahren von seiner Substanz gelebt.“ Er schlug Kreditermächtigungen von 500 Milliarden Euro vor, die einmalig für die nächsten zehn Jahre zweckgebunden gewährt werden.

Der größte Teil des Geldes solle in die kommunale Infrastruktur fließen. Darüber hinaus seien Investitionen in Bildung, Wohnungsbau, überregionale Infrastruktur wie Breitband und die Bahn sowie in den Klimaschutz notwendig. „Eine langfristige Planung ist wichtig“, sagte Fratzscher. „Staatsschulden sollten unsere geringste Sorge sein.“ Er verwies auf die niedrigen Zinsen. dpa

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